Dranbleiben: Artikel Kommentare Abonnieren: Newsletter Kontaktieren: mail(at)ufafo(dot)ms Mitmachen: Plenum

09Dez2009

Kultusminister_innen sollen nachsitzen: Bildungsstreiker_innen lassen sich nicht abspeisen – Sichtweise auf Probleme muss sich grundlegend ändern

von ufafo.ms in Bildungsproteste

Die Politik reagiert auf den Bildungsstreik. Aber wie? Die Forderungen des Bundesweiten Bildungsstreiks werden größtenteils vollständig ignoriert. Die Aktiven müssen feststellen, dass in der bildungspolitischen Debatte die Bedürfnisse von Schüler_innen und Auszubildenden unter den Tisch fallen. Der Wunsch nach der Demokratisierung der Bildungseinrichtungen und nach Beteiligung aller Betroffenen ist nur eine Forderung des Bundesweiten Bildungsstreiks, die in den öffentlichen Diskurs einfließen muss.

Damit das passiert wollen Studierende und Schüler_innen die Kultusminister_innen, welche sich am kommenden Donnerstag, den 10.12.09, in Bonn treffen, nachsitzen lassen.


Bildungszugang herstellen – kleinere Klassen ermöglichen

„Bei fast keinem Politikbereich gibt es eine so einhellige öffentliche Meinung, dass eine bessere Bildung von Politiker_innen zwar versprochen, aber gleichzeitig durch immer katastrophalere Zustände gebrochen wird“, so Imko Bußmann, Bildungsstreiker aus Münster. Hochschulprobleme wie die schlechte Umsetzung des Bologna-Prozesses und Studiengebühren sind in den Medien nur ansatzweise angesprochen worden; Schul-, Kita- und Ausbildungsprobleme wie Kopfnoten, das G8-Abitur und Mindestvergütung für Azubis, fielen fast völlig unter den Tisch. Und dass, obwohl die Streikenden immer wieder auf vergleichbaren Strukturdefizite in Schulen hingewiesen haben.

So ist beispielsweise die Forderung nach einer „Schule für alle“ essentiell für den freien Bildungszugang. Deutschland hat eines der sozial selektivsten Bildungssysteme aller OECD-Staaten. Ein Grund dafür ist nachweislich das mehrgliedrige Schulsystem. Dass Schulreformen halbherzig vorgenommen, Gymnasien als Elitenreproduktionsstätte und Sonderschulen als Restschulen verstanden werden und weiterbestehen, ist nicht hinnehmbar. Viele Menschen teilen die Forderung nach freier, emanzipatorischer, sprich , den Menschen entfaltende Bildung, welche öffentlich und nicht privat finanziert wird.

Politik ist nicht glaubwürdig – Nicht „Bologna-Gipfel“, sondern Bildungsgipfel!

Massive Kritik üben die Studierenden und Schüler_innen an den Reaktionen der Bildungspolitiker_innen. „Sie versuchen den Schein von Tatendrang und Aufgeschlossenheit aufrechtzuerhalten, tatsächlich haben sie die Ziele des Bildungsstreiks nicht verstanden, geben leere Versprechungen ab, ignorieren alle Forderungen, die ihnen nicht passen und erfinden neue dazu. Wir aber wollen ernst genommen werden und werden nicht zulassen, dass die Aufmerksamkeit, die wir geschaffen haben, instrumentalisiert wird“, so Max Schneider, Bildungsstreiker aus Landau. „Solange sich Bundesministerin Schavan, die Kultusminister_innen und Finanzminister_innen der Länder, sowie die Hochschulrektor_innen nicht endlich zusammensetzen, um über das Bildungssystem als Ganzes zu sprechen und eine tragfähige Verhandlungsposition mit den Streikenden zu entwickeln, sind alle Zugeständnisse von Seiten der Politik nicht glaubwürdig“, sagt er weiter.

Wort und Tat: zwei Welten

Die Bildungsstreiker_innen stellen fest, dass zwischen Worten und Taten von beispielsweise Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) Welten liegen.
„Heute verspricht sie eine BAFöG-Erhöhung für alle, führt jedoch ein elitäres Stipendienmodell für wenige ein“, so Jan Zombik, Bildungsstreiker an der Uni Mainz, und ergänzt: „Schavan hat nicht verstanden, worum es uns geht. Wir wollen keine Konten für Bildungsgebühren sondern die Abschaffung aller Gebühren auf Bildung.“

Das Problem des Vorschlags von Frau Schavan liegt darin begründet, dass Sie Stipendien nach Leistung bzw. der Bewertung von Leistung verteilen will. Da aber der Erfolg von Schüler_innen und Studierenden im deutschen Bildungssystem maßgeblich von der finanziellen Lage und dem Bildungshorizont der Eltern abhängt werden Aufsteiger_innen aus bildungsfernen oder sozial benachteiligten Familien diese Stipendien in der Breite kaum in Anspruch nehmen können.

Typisch Hochschulrektor_innen!

Die Bildungsstreiker_innen bezeichnen das aktuelle Verhalten der HochschulrektorInnenkonferenz (HRK) als typisch für den Umgang mit der Protestbewegung Bildungsstreik: Wir, Schüler_innen, Auszubildende und Studierende sollen mit einem Kummerkasten (Vorschlag von Schavan) abgespeist werden, die HRK lädt kurzfristig zu einem „Bolognagipfel“-Planungstreffen ein und wendet sich zuerst ausschließlich an parteinahe Studierendenverbände, welche mit dem Bildungsstreik größtenteils nichts zu tun haben. So werde, da sind sich die Bildungsstreiker_innen einig, die Bildungsmisere abermals abermals als hochschulzentriertes Problem dargestellt und politisch verkürzt. Um tatsächliche Veränderungen zu schaffen, müsse sich die Sichtweise auf die Problematik und den angerichteten Schaden am Bildungswesen grundlegend ändern.

Kommentieren

Herzlich willkommen


Du interessierst dich dafür, wie die Uni funktioniert und wie Studierende mitwirken? Du willst uns kennenlernen und erfahren, wie wir dich unterstützen können? Vielleicht willst du sogar selbst eigene Projekte realisieren?
Dann melde dich bei uns mail(at)ufafo(dot)ms
Oder komm zu unseren offenen uFaFo-Treffen

Wir sind…

eine unabhängige Initiativgruppe von Studierenden verschiedener Fächer & Watchblog. Erfahre mehr über uns.

Literatur 22

Der vergnügliche (Vor-)Lese- abend am 22. jedes Monats.
Nächster Termin: Mittwoch 22. Januar 2014, ab 19:00 Uhr im Club Courage.

Der Leerstandsmelder für Münster

Drogenlegalisierung

Wahlbetrug der Juso-HSG

Protest

Bildungsstreik Münster - Freie Fahrt für Bildung!

Unterwegs mit Bus und Bahn in Münster und NRW

Bildungsstreik Münster - Freie Fahrt für Bildung!

Lesenswert

Zehn Bücher, die Sie statt Sarrazins Buch lesen sollten

Lobbying konkret

Kauf den Rüttgers

Alle Themen:

Neuste Kommentare

Meistgelesen innerhalb der vergangenen 14 Tage

Wichtige Adressen:

  • Arbeiterkind.de Arbeiterkind.de Arbeiterkind.de
  • AStA Allgemeiner Studierenden- ausschuss der Uni Münster Allgemeiner Studierenden- ausschuss der Uni Münster
  • GHG-CampusOffice Arbeitsrechtliche Erstberatung Arbeitsrechtliche Erstberatung
  • Kritische JuristInnen Kritische JuristInnen Kritische JuristInnen
  • Nightline Studentisches Sorgentelefon Telefon-Nr. (0251) 8345400 (Mo-Fr,  21-1 Uhr) Studentisches Sorgentelefon Telefon-Nr. (0251) 8345400 (Mo-Fr, 21-1 Uhr)
  • RadioQ Campusradio UKW 90.9MHz Campusradio UKW 90.9MHz
  • Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studirende (FikuS) Das autonome AStA-Referat setzt sich für die Interessen von studierenden Arbeiterkindern ein und ist bundesweit das bisher einzige seiner Art.
  • Semesterspiegel Campuszeitung Campuszeitung
  • Studentenwerk Wohnheim, BAFöG, Mensa Wohnheim, BAFöG, Mensa
  • studienplatztausch.de Bundesweite Tauschbörse für Studienplätze Bundesweite Tauschbörse für Studienplätze
  • Universität Münster Universität Münster Universität Münster