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14Mai2010

Studierende und SchülerInnen kritisieren Nationale Bologna-Konferenz

von ufafo.ms in Bildungsproteste, Studienbedingungen, Studiengebühren

Durch den öffentlichen Druck des Bildungsstreiks im letzten Semester kündigt Bildungsministerin Schavan einen Gipfel zur Diskussion über die Bologna-Reform am 17. Mai an. Der Bolognagipfel der Ministerin ist ein noch nie gesehen Ereignis. Zum ersten mal in der Geschichte sitzen alle 16 Kultusminister, die Hochschulrektorenkonferenz und die Bildungsministerin an einem Tisch. Das ganze Ereignis wird live übertragen (Mehr).

Aktuelle Berichterstattung zum Nationalen Bologna-Gipfel

12.05.10, Studis-online: „Wir sind auf einem guten Weg“ vs. „Die Schavan-Show“

12.05.10, Ad-hoc-News: Studierendenverbände drohen mit Boykott der Bildungskonferenz

12.05.10, Deutschlandfunk: „Wir werden weiter kämpfen!“

12.05.10, Berliner Umschau: „Berliner belächeln anstehende Bologna-Konferenz“

12.05.10, Frankfurter Rundschau: „Mehr als Worte“

14.05.10, Der Freitag: Die Spitze der Bewegung

14.05.10, bildungsklick: Bund muss jetzt in Bologna-Reform eingreifen

15.05.10, Junge Welt: Die Schavan-Show

15.05.10, Telepolis: Bologna auf dem Martk der Meinungsmöglichkeiten

Schluss mit dem Schavansinn!

Bildungsstreikende befürchten bei Bologna-Konferenz Selbstinszenierung der Politik

11.05.10, Berlin. Hannah Eberle (Schülerin) und Jakob Lohmann (Student), Aktive des Bildungsstreiks und Teilnehmende an der ‚Nationalen Bologna-Konferenz‘ des Bundesministerin für Bildung und Forschung, schilderten heute in Berlin in einer Pressekonferenz ihre Eindrücke von den Gipfelvorbereitungen. Ihr Fazit: unter den gegebenen Umständen wird die Zusammenkunft am 17. Mai eine Posse, die der Bundesregierung dazu dienen soll, sich in der Öffentlichkeit selbst zu inszenieren anstatt zur Lösung der Probleme im Bildungssystem beizutragen.

„Der Protest von Hunderttausenden Studierenden und SchülerInnen hat die Politik zu Zugeständnissen bewegt. Eines davon ist der sogenannte Bologna-Gipfel“, erläutert Jakob Lohmann, Student und Bildungsstreikender aus Freiburg, und ergänzt: „Inzwischen ist allerdings aufgrund der vielen Vorgaben durch das Ministerium fraglich, wozu diese Konferenz überhaupt noch dienen soll.“

Ausgeklammerte (Schulpolitik)

Hannah Eberle nennt die Forderungen des Bundesweiten Bildungsstreiks über die das BMBF auf der Nationalen Konferenz nicht sprechen will: „Das Ende der sozialen Auslese im Bildungssystem war immer eine unserer Kernforderungen. Deshalb ist es umso schlimmer, dass die Schulen ausgeklammert werden. Dass es nur ein Viertel der Kinder aus Nicht-Akadamiker-Familien an die Hochschule schafft, aber gleichzeitig 80 % der Akademikerkinder, zeigt, wie groß das Problem ist und dass es eigentlich eines eigenen Gipfels bedarf.“

Ein weiteres Thema brennt den Bildungsstreikenden auf den Nägeln: die Schulfinanzierung. Auch dort würden von der Politik bisher nur Nebelkerzen geworfen. Frau Schavan wird auf der Bologna-Konferenz voraussichtlich einen Hochschulpakt von über 2 Mrd. Euro für die kommenden 10 Jahre ankündigen. Dies sind gerade einmal 200 Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig beabsichtigt die hessische Landesregierung allein 35 Millionen Euro an den Hochschulen und 45 Millionen Euro2 an den Schulen einzusparen. „Dass kann nicht die von uns geforderte Ausfinanzierung des Bildungssystems  sein“, so Eberle.

Kein Gespräch auf Augenhöhe

„Leider sind es aber nicht nur inhaltliche Punkte“, führt Jakob Lohmann aus. „Auch die Organisation der Konferenz ist unzureichend. Die Zusammensetzung benachteiligt die Studierenden, die unserer Meinung nach die Mehrheit der TeilnehmerInnen stellen sollten. Der Zeitrahmen von vier Stunden ist zu knapp bemessen und bietet kaum Platz für ausreichend Diskussion.“ Darüber hinaus, so die Bildungsstreikenden, kann momentan von einer Begegnung auf Augenhöhe keine Rede sein. Das Ministerium nutzt seinen Informationsvorsprung aus, ändert Inhalte von Arbeitspapieren eigenmächtig und macht es den Betroffenen damit quasi unmöglich, sich fristgerecht auf die Veranstaltung vorzubereiten.

Zu späte Übertragungsankündigung

„Dass die Übertragung der Konferenz nicht an allen Hochschulen stattfinden wird, ist die Schuld des Bildungsministeriums. Sie und die HRK haben viel zu spät reagiert und somit eines der wichtigsten Versprechen gegenüber den Bildungsstreikenden, nämlich die Öffentlichkeit der Gespräche herzustellen, gebrochen. Uns Studierenden und SchülerInnen scheint die Beteiligung der Menschen wichtiger zu sein als Frau Schavan“, Jörg Rostek, Student aus Münster.

Studierende und Schüler freuen sich, dass an zahlreichen Hochschulen dennoch parallel zur Konferenz von studierenden organisierte Veranstaltungen stattfinden werden. Unter anderem an der HU Berlin, an der Uni Marburg, der Uni Frankfurt, der Uni Heidelberg und der TU Darmstadt.

„Wir werden uns bis zum 17. Mai alle Optionen offen halten, wie wir mit dieser Konferenz umgehen. Aber noch wichtiger: Wir werden weiter demonstrieren um den Druck aufrecht zu erhalten. Vielleicht kommen dann ja doch noch in Zukunft vernünftige Gespräche zustande“, unterstreicht Eberle.  „Kommt alle am 9. Juni zu den Demonstrationen des Bundesweiten Bildungsstreik 2010. Die Bologna-Konferenz kann und darf nicht der Abschluss der Proteste sein!“, fasst Lohmann zusammen.

2 Kommentare zu Studierende und SchülerInnen kritisieren Nationale Bologna-Konferenz

  Bildungsstreik kritisiert „Gipfel gegen Eisberg“ – Zweiter Akt der Schavan-Show  by www.ufafo.ms

5. Mai 2011 um 16:48 Uhr

[…] die erste „Schavan-Show“ vor einem Jahr hatten Studierende des Bildungsstreiks scharf kritisiert. Mehrere Aktivisten hatten die […]

  So protestierte Münster gegen Studiengebühren – eine Chronologie by www.ufafo.ms

12. Dezember 2011 um 14:32 Uhr

[…] 14. Mai: Studierende und SchülerInnen nennen nationale Bologna-Konferenz zum ersten Mal „Schavan-Show“ […]

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