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08Jun2010

uFaFo unterstützt Bildungsstreik und wünscht Bildungsprotesten viel Erfolg und Resonanz

von ufafo.ms in Bildungsproteste

Das unabhängige Fachschaften-Forum (uFaFo) ruft die Studierenden der Uni Münster auf, an den kommenden Protesten für bessere Bildung – insbesondere am Protesttag, Mittwoch, den 9. Juni – teilzunehmen. Die Bildungsproteste, so das uFaFo, hätten zwar viel Aufmerksamkeit erregt, doch vor allem in Zeiten, in denen einflussreiche PolitikerInnen wieder Etatkürzungen bei der Bildung vorschlagen, sei es wichtig, öffentlich gegen Angriffe auf die Bildung auf die Straße zu gehen und bisher unbeachtete Forderungen zu betonen.

„Der bundesweite Bildungsstreik hat im Jahr 2009 zwei zentrale Ziele erreicht: er hat 1. die Diskussion über das Thema Bildung gefördert und in die Allgemeinheit getragen, 2. ein Bildungsproblembewusstsein geschaffen und viele Menschen zum Nachdenken gebracht. Doch die Ziele der dezentral organisierten Proteste gehen weit darüber hinaus. Sie wollen die Gesellschaft verändern und gehen dafür am 9. Juni wieder bundesweit auf die Straße. Bisher sind in mehr als 80 Städten Protestaktionen angekündigt“, so Jörg Rostek, Parlamentarier des uFaFo im Studierendenparlament der Uni Münster.

Das uFaFo betont, vor allem in Krisenzeiten ein eindeutiges Zeichen an die alle Politikerinnen und Politiker gegen die Kürzungen im Bildungsetat von Bund, Ländern und Kommunen gerichtet werden müsse. Außerdem würden die Vorschläge mancher BildungspolitikerInnen den Problemen im Bildungssystem nicht gerecht: Das mehrgliedrige Schulsystem sei für viele junge Menschen – für zahlreiche Behinderte, Menschen mit Migrationshintergrund, für Kinder aus nicht-Akademikerhaushalten, eine Einbahnstraße. Viele Schulen seien immer noch sanierungsbedürftig. Bildungsgebühren wirkten, ebenso wie Zugangsbeschränkungen, sozial selektiv. LehrerInnen seien unterbezahlt und hätten eine der höchsten Burn-out-Raten aller Berufe. Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten klagten über niedrigen Lohn und massive Gesundheitsbeschwerden. Die Lage sei deutlich: an der Bildung, so das uFaFo, hätte die Politik bereits seit Jahrzehnten gespart.  Das müsse endlich aufhören. Es gelte die Kehrtwende einzuleiten.

„Eine Krise verhindert man in ihrer Entstehung. Wenn das die Politik bei der Finanzkrise berücksichtigt hätte, wäre es erst gar nicht zur größten globalen Wirtschaftskrise seit den 20er und 30 er Jahren gekommen“, so Rostek, und ergänzt: „Wer heute an der Bildung spart, fordert die nächste Krise, die Bildungskrise, gerade zu heraus und lässt es zu, dass Millionen Menschen ohne Bildungserfolg und Perspektive deutsche Bildungseinrichtungen verlassen.“

Dass der Bundesweite Bildungsstreik wieder Proteste mobilisiere sei nur konsequent: SchülerInnen, Studierende, Auszubildende und Eltern, welche am kommenden Mittwoch auf die Straße gingen, zeigten genau das Verantwortungsbewusstsein, dass bildungskürzenden PolitikerInnen fehle. Kopfnoten und das schlecht umgesetzte verkürzte Abitur, das zunehmend oft Schülerinnen und Schüler psychologische Hilfe in Anspruch nehmen lasse, schade nicht nur dem Schulklima, sondern verhindere auch reflektiertes Lernen. Auf er Ebene der höheren Bildung würden Studierenden zu Kunden und Hochschulen zu Unternehmen degradiert. Besser sei eine Masterplatzgarantie für alle Studierenden und die Einsicht, dass Bildung mehr sei als nur rein verwertbare Information. Sie müsse als Instrument begriffen werden Menschen zu emanzipieren, so dass sie in der Lage seien gesellschaftliche Fragestellungen erörtern zu können. Echte Bildung statt Bulimie-Learning, Faszination statt Fabrik, müsse die Parole der Bildung von Morgen sein. SchülerInnen und Studierende wollten keine Statistinnen und Statisten im laufenden Betrieb sein, sondern auf gleicher Augenhöhe als gleichberechtigte Partnerinnen und Partner gesehen werden, mitbestimmen und Verantwortung tragen.

Über den Bildungsstreik würden die Menschen nun in Zeitungen lesen, im Radio hören oder im Fernsehen Notiz nehmen. Es sei allerdings noch wichtiger, an den Protesten für bessere Bildung auch teilzunehmen. Vor allem in Zeiten der Krise bliebe zu hoffen, dass die Proteste ein Erfolg würden. Frei nach dem Motto der Band „Die Ärzte“: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

Informationen zu den Protesten in Münster gibt es unter www.bildungsstreik-muenster.de

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