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31Aug2010

Studiausweis 2.0: Die AStA-Vorsitzende antwortet

von ufafo.ms in Studiausweis, Überwachung

Gestern hat Clarissa auf unsere Anfrage geantwortet, warum der AStA derzeit nichts gegen die Einführung einer Chipkarte als neuen Studiausweis unternimmt. Dabei geht Clarissa auch auf den Vorwurf ein, die Studierenden nicht richtig informiert zu haben, und erklärt, wie sie ihre Mitwirkung bei der Einführung der Studicard sieht. Lest selbst:

Liebes Ufafo, Lieber Jochen,

anbei sind die Antworten auf Deine Fragen:

Wie ist der aktuelle Planungsstand?

Die StudiCard soll zum Sommersemester 2011 eingeführt werden. Dann sollen die ErstsemesterInnen sowie 500 weitere Studierende mit der Karte ausgestattet werden. Der Chip wird zum Sommersemster 2011 nicht kommen. Dass die Verwaltung den mittelfristig gerne einführen möchte, ist nicht zu bezweifeln, wir werden dagegen, wenn konkrete Bestrebungen vorliegen, natürlich vorgehen.

Gibt es eine Zustimmung seitens des AStA zu einer wie auch immer gearteten Karte als Ersatz für den bisherigen Studiausweis?

Im April 2010 hat der AStA zu einer Vollversammlung eingeladen. Dort wurde auch eine Resolution zur StudiCard diskutiert und verabschiedet. Der AStA richtet sein Handeln nach dieser Resolution aus. http://www.asta.ms/themen/studicard/1380-resolution-zur-studicard

Was unternimmt der AStA gegen die Einführung einer Chipkarte als Studiausweis?

Im AStA arbeiten wir gegen die Einführung eines Studiausweises mit Chipkarte. Auf unserer Homepage findet ihr Informationen, was wir das letzte Semester gemacht haben. http://www.asta.ms/themen/studicard

Als AStA haben wir immer die Einführung der StudiCard in der Arbeitsgruppe, in der neuen Lenkungsgruppe als auch im Senat kritisch begleitet, in dem wir z.B. die Resolutionen der Vollversammlung und der Fachschaftskonferenz eingebracht haben. Von den Studierenden wurde durchgesetzt, dass der Senat beschlossen hat, dass es eine einjährige oder zweisemestrige Ausgabe geben soll. Leider hat sich die Verwaltung über den Senat hinweggesetzt, was auch von unserer Seite kritisiert wurde. Wir begleiten die Einführung der StudiCard weiter kritisch. Unserer Meinung nach, macht es keinen Sinn während der Semesterferien Aktionen zur StudiCard zu fahren, da ein Großteil der Studierenden nicht in Münster ist. Für den Semesterauftakt, wenn die Studierenden wieder in der Stadt sind, befinden wir uns gerade in der Planungsphase.

Eine Anmerkung meinerseits: Ich habe einen Blick auf die Homepage des ufafo geworfen. Dort werden die Vorwürfe gegen mich erhoben, dass ich in einer Lenkungsgruppe bzgl. der StudiCard bin. Das nächste Mal wäre es nett, wenn ich von der Kritik in Kenntnis gesetzt würde, wenn sowieso schon eine Anfrage zu dem Thema an mich gestellt wird, damit ich dazu auch Stellung nehmen kann.

Ich möchte gerne zu dem Vorwurf Stellung nehmen:

„Stattdessen wurde eine kleinere Projektgruppe eingerichtet. [Update]  Wie uns heute freundlicherweise mitgeteilt wurde, gehören der Projektgruppe, die auch „Lenkungsgruppe“ genannt wird, zwei Studierende an, nämlich die AStA-Vorsitzende Clarissa Stahmann und der stud. Senator André Schnepper (beide Juso-HSG). Die Berichte des AStA und der Piraten-HSG, die behaupten, dass keine Studierenden an der Einführung der Chipkarte mitwirken, sind somit falsch.“ http://ufafomuenster.wordpress.com/2010/08/11/studiausweis-2-0-asta-untatig-gegen-chipkarte/

Der Vorwurf, dass unsere Berichte falsch sind, ist schlicht nicht richtig. Als wir die Meldung am 1. Juni raus gegeben haben, auf den sich die Kritik des ufafo bezieht, war dieser vom Sachstand her absolut richtig: Die Arbeitsgruppe zur StudiCard wurde ohne das Wissen des AStA aufgelöst. Es wurden zwei Gruppen von der Verwaltung gegründet. Die eine nennt sich Lenkungsgruppe und die andere Projektgruppe. In der Projektgruppe arbeitet die Verwaltung an der Umsetzung der StudiCard.

Die Lenkungsgruppe hat sich bis jetzt ein Mal getroffen. Sie ist die Gruppe, der berichtet wird, was in der Projektgruppe passiert. Ich habe erst einen Monat später erfahren, dass ich an den Sitzungen der Lenkungsgruppe teilnehmen kann. Dies habe ich natürlich getan, um mich für studentische Interessen einzusetzen und Informationen zu sammeln. Zu dem Zeitpunkt befand sich die Meldung natürlich schon längst im Archiv unserer Seite und ist auch nie in den gesondert ausgewiesenen Themenblock zur StudiCard aufgenommen wurden. Da wir, der AStA, zunächst Informationen sammeln wollten, um die Planung für das Wintersemester zu konzipieren, haben wir zunächst keine neue Meldung rausgegeben, kommende Aktionen und Forderungen wird es aber demnächst geben. Es ist selbstverständlich, dass wir als AStA die Interessen der Studierendenschaft vertreten und somit auch das Votum der Vollversammlung in der Lenkungsgruppe vertreten. Wir kritisieren auch weiterhin die Auflösung der Arbeitsgruppe. Dennoch können wir nur aus Protest nicht die Arbeit verweigern. Daum habe ich mich, als ich die Möglichkeit hatte, in die Lenkungsgruppe eingebracht. Wirklich in die Offensive zu gehen, lohnt sich allerdings in den Semesterferien nicht. Wir brauchen eine breite Unterstützung der Studierenden im AStA, um Interessen durchzusetzen. Dafür macht es Sinn erst zu Semesterbeginn verstärkt zum Thema StudiCard öffentlich zu arbeiten. Dazu befinden wir uns gerade in der Planungsphase. Näheres können wir dann zu Semesterbeginn berichten.

Noch eine kurze Info, was ich in der Lenkungsgruppe vertreten habe:

Wir Studierende haben den Chip kritisiert und uns insbesondere nach dem elektronischen Wahlverzeichnis erkundigt, das nun in den kommenden Studierendenparlamentswahlen erprobt werden soll. Generell hatten wir uns immer für eine ein- oder zweisemestrige Laufzeit ausgesprochen, damit wir kein elektronisches Wahlverzeichnis brauchen. Damit haben wir auch im Senat überzeugt. Leider hat das Votum des Senats in dem Fall keine bindende Wirkung für die Verwaltung. Der Stand zum elektronischen Wahlverzeichnis ist der, dass es die Verwaltung noch keine genauen Vorstellungen von dem Wahlverzeichnis hat. Darum müssen wir da unbedingt am Ball bleiben, denn unser jetziges Wahlsystem ist ungemein bedeutend für die Verfasste Studierendenschaft in Münster. Das Urnensystem und die Möglichkeit den jetzigen Studiausweis stempeln zu lassen, ermöglicht eine Wahl, die für Studierende mit relativ wenig Aufwand verbunden ist. Würde dieser steigen, würde eventuell unsere Wahlbeteiligung sinken. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass keine zusätzlichen Kosten für die Studierendenschaft anfallen, das Urnensystem beibehalten wird und nochmal betont, dass dieses mit dem elektronischen System sicher sein und funktionieren muss. D. h. es wird elektronisch registriert, wer an der Urne gewählt hat.

Unsere wichtigsten Aufgaben bzgl. der kommenden StudiCard sind, dass sie chipfrei bleibt und dass sie die Wahlen zur Verfassten Studierendenschaft nicht beeinträchtigt. Zudem müssen wir die Studierenden aufklären, welche Vor- und Nachteile das Bereitstellen eines Fotos für die StudiCard mit sich bringt.

Beste Grüße

Clarissa

1 Kommentar zu Studiausweis 2.0: Die AStA-Vorsitzende antwortet

Anonymous

1. September 2010 um 08:50 Uhr

Eine sehr umfassende und meiner Meinung nach schlüssige Antwort. Was sagt das ufafo dazu? Ich finde es zwar gut, dass Clarissas Antwort nicht weiter kommentiert wird, aber eine Stellungnahme wäre vielleicht schon fällig. So ganz lässt sich eure Kritik am AStA doch nicht halten, oder?

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