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14Okt2010

Ist unser Semesterticket in Gefahr?

von ufafo.ms in Semesterticket

Zwei Anläufe hat der AStA bereits hinter sich, doch ein Ergebnis ist nicht in Sicht. Stattdessen hagelte es Kritik von allen Seiten, als der AStA seinen Vertragsentwurf für die Fortschreibung des Semestertickets ins Studierendenparlament einbrachte. Zu den schärfsten Kritikern gehört sicherlich unser Semesterticketexperte Jochen Hesping, der selbst schon mehrfach die Verhandlungen mit den Verkehrsunternehmen geführt und im vergangenen Jahr das NRW-Ticket an die Uni Münster gebracht hat.

AStA-Koalition zeigt sich beratungsresistent

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass vor allem die geplante lange Laufzeit und die hohen Preissteigerungen, denen kein Mehrwert gegenüber steht, auf Unverständnis stoßen. Jochen erkannte außerdem, dass die vorgelegten Vertragstexte nicht dem entsprachen, was die AStA-Vorsitzende Clarissa Stahmann (Juso-HSG) als vereinbartes Verhandlungsergebnis verkündete. Wie wir in Schlappe beim Semesterticket: AStA kriegt Vertragsentwurf um die Ohren gehauen berichteten, führten die Bedenken beim ersten Mal zu einer Überarbeitung des Vertragstextes. In der darauffolgenden Sitzung wurden die erneuten Einwände gegen die wieder falschen Formulierungen jedoch als angeblich unbedeutend weggewischt, woraufhin das Studierendenparlament den Vertrag beschlossen hat – mit den Stimmen von Juso-HSG, Campus-grün und DIL, die sich weigerten, den Vertragstext noch einmal zu korrigieren und mit den Verkehrsunternehmen abzustimmen. Unsere Enttäuschung war entsprechend groß: Schon wieder Preissteigerungen: uFaFo gibt Semesterticketvertrag die Note “Mangelhaft”.

Volle Kraft zurück

In der nächsten Sitzung am vergangenen Montag musste Clarissa dem Studierendenparlament erklären, dass sie den zuvor beschlossenen Vertrag nicht unterschrieben hat, und gestand ein, dass Jochens Einwände zutrafen. Allerdings schien der Schuldige schnell ausgemacht: Der AStA fühle sich vom Verhandlungsführer der DB Regio über den Tisch gezogen. Dieser hat inzwischen sein früheres Angebot revidiert.

Information: Fehlanzeige

Während die allgemeinen Medien bereits titeln „Semesterticket langfristig in Gefahr„, ist in der Studierendenschaft nichts vom Semesterticketchaos, das dieser AStA anrichtet, bekannt geworden. Lediglich RadioQ nimmt sich des Themas an und stimmt die Studierenden schonmal auf weitere Preissteigerungen ein: Semesterticket wird wohl teurer. Clarissa erklärt im Audio-Einspieler, dass sie bereit sei, die Studierenden im Zweifel noch stärker zur Kasse zu bitten. Diese Nachricht wird die Verkehrsunternehmen sicherlich freuen, macht jedoch weitere Verhandlungsbemühungen zunichte, bevor sie begonnen haben. Im studentischen Interesse ein faires Semesterticket erkämpfen – das wird Clarissa so nicht schaffen.

Was nun?

Zunächst einmal gilt Entwarnung: Alle anderen Hochschulen in Münster haben bereits einen Vertrag für 2011/2012 abgeschlossen. Diesen Vertrag können auch die Studierenden der Uni Münster jederzeit annehmen – und dabei mit einer moderaten Preissteigerung von 1,95 Prozent davonkommen. Dem Studierendenparlament versprach Clarissa jedenfalls, endlich alle Informationen offenzulegen und unsere Verbesserungsvorschläge bei den nächsten Verhandlungsrunden einfließen zu lassen.

4 Kommentare zu Ist unser Semesterticket in Gefahr?

UED

15. Oktober 2010 um 09:44 Uhr

„Semesterticketexperte Jochen Hesping“

Korrigiert mich, wenn ich mich irre, aber ist euer selbsternannter Experte nicht der Knilch, der uns den aktuell noch laufenden Vertrag beschert hat? Ich hab mitgerechnet, seit ich an der Uni bin, und was der uns an Teuerungen beschert hat, ist ja wohl auch nicht von schlechten Eltern.

Und nach dem, was man so hört, hat euer „Experte“ die Verhandlungen so souverän geführt, dass am Ende die Verkehrsleute fast nicht mehr bereit waren, mit ihm zu reden, so dass die Rektorin da eingreifen musste. Ich finde es gewaltig peinlich, wenn die Hochschulleitung in eine Angelegenheit der verfassten Studierendenschaft eingreifen muss.

Ich glaube, eure „scharfe Kritik“ liegt einzig und allein darin begründet, dass ihr die ganzen letzten zwei Semester nichts gemacht habt und jetzt kurz vor der nächsten Wahl – die doch bestimmt bald wieder ist – etwas braucht, um euch ein Profil zu geben. Aber ganz ehrlich: Ihr macht euch mit eurem Rumkrakeelen keinen Deut glaubwürdiger, vertrauenserweckender oder wählbarer. Der Esel heißt Esel, und nicht asinus.

Jochen Hesping

15. Oktober 2010 um 10:46 Uhr

hallo ued! alles, was in diesem artikel steht, entspricht der wahrheit und stellt den aktuellen sachstand dar. darüber kannst du dich gerne selbst informieren, sobald die protokolle der letzten sitzungen auf der homepage des studierendenparlaments http://www.stupa.ms veröffentlicht sein werden.

häufig wird behauptet, daß der jetzige semesterticketvertrag mein werk sei. zu der zeit, als er ausgehandelt wurde, war ich asta-ökologiereferent. es gab allerdings auch einen verkehrsreferenten, nämlich uli fünders (juso-hsg). ich habe uli so gut ich nur konnte unterstützt, doch am ende hat der damalige asta-vorsitzende tom münster (uni-gal) die verhandlungen selbst in die hand genommen und den vertrag zusammen mit oliver kühn (juso-hsg) unterschrieben. beschlossen wurde er vom studierendenparlament mit den stimmen von juso-hsg, rcds und uni-gal. ich hatte mich gegen den vertrag ausgesprochen.

in der tat ist dieser semesterticketvertrag denkbar schlecht für die studierendenschaft: er enthält keinerlei garantien über die nutzbare verkehrsleistung und die preissteigerungen liegen zwischen 7 und 8 prozent pro jahr. daraus hätte man eigentlich etwas lernen können – vor allem, daß langfristige verträge, wie derzeit vom asta favorisiert, einzig den verkehrsunternehmen nützen.

UED

17. Oktober 2010 um 19:58 Uhr

Aber kann man nicht einfach eine feste Preissteigerung festlegen? Oder so eine Obergrenze? Dann kann man ja ausrechnen, wie viel es maximal teurer wird.

Ich finde vor allem, dass ihr ziemlich viel Zeit dafür opfert, dieses Ticket zu diskutieren… wäre es nicht schön, wenn man mal einen längerfristigen Vertrag hätte, damit auch wir Studierenden uns für lange Zeit sicher sein können, ein Ticket zu kriegen. Ich steh nämlich echt in der Scheiße, wenn das Ticket wegfällt, und ganz ehrlich, je länger ich das hier so verfolge, desto dringender bitte ich euch: Beschließt doch endlich so einen Vertrag, auch wenn das Ticket teurer wird – es wird doch alles teurer, und auch wenn ich kein WiWi bin, ich weiß, dass es Inflation und so was gibt. Das kann also so unüblich nicht sein. Auch wenn wir ein paar Euro mehr zahlen müssen, es ist immer noch um Längen billiger als selber kaufen… vor allem für die Pendler unter uns.

Herzlichen Dank.

PS: etwas off-topic: Lasst doch mal dieses Geflame sein über andere Listen. Das wirkt irgendwie unprofessionell. So ein Unfug mit Untersuchungsausschüssen und Betrugsvorwürfen… das haben wir doch nicht nötig. Wir sind alle Studis, wir sitzen im gleichen Boot (außer vielleicht der RCDS und die LHG oder wie die hier heißt).

Jochen Hesping

18. Oktober 2010 um 13:19 Uhr

hallo ued! in der vergangenheit gab es semesterticketverträge, die faire preise garantieren sollten, doch immer wieder haben die verkehrsunternehmen höhere forderungen gestellt und durchgesetzt. man kann sich also nur wenig auf das verlassen, was man für vereinbart hält. auch bei einem langfristigen vertrag wollen die verkehrsunternehmen ein einseitiges kündigungsrecht, und zwar für den fall, daß sie doch einen happigen aufschlag durchsetzen wollen. ein vertrag, der lediglich die pflichten der studierenden (bezahlen) und die rechte des anbieters (angebots- und tarifänderung sowie kündigung) festlegt, kann nie fair sein.

die preisdebatte ist wichtig und notwendig, auch wenn sie dir unnötig erscheinen mag. das semesterticket hat sicherlich einen hohen nutzwert, insbes. für pendler, doch bezahlen müssen es alle, also auch diejenigen, die es nicht nutzen. irgendwann kippt allerdings die bereitschaft, die lasten der anderen mitzutragen, und dann könnte das semesterticket ratz-fatz weg sein, nämlich aufgrund einer klage oder einer urabstimmung. deshalb kämpfen wir für eine faires semesterticket.

zu deiner offtopic-anmerkung: die hochschulgruppen bilden gemeinsam die studentische interessenvertretung, so gesehen sitzen wir tatsächlich alle in einem boot. das heißt aber nicht, daß sie alle die gleichen positionen vertreten. die studierenden sollen die möglichkeit haben, die unterschiede kennenzulernen und sie den personen zuzuordnen. das hat nichts mit lästern über andere zu tun. der untersuchungsausschuß wurde übrigens mit großer mehrheit aller hochschulgruppen eingerichtet, es waren nur wenige (vor allem jusos) dagegen. auch das wirst du bald in den sp-protokollen nachlesen können.

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