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25Nov2010

Lieber eigene Projekte realisieren als im Parteiklüngel untergehen

von ufafo.ms in Wahlen

Auch in diesem Jahr kandidiert Jochen Hesping wieder auf der uFaFo-Liste (Listenplatz 3). Zurzeit ist er Mitglied des Studierendenparlaments. Hier erklärt er, warum er das uFaFo den Parteilisten vorzieht, welche Projekte er in letzter Zeit realisiert hat und warum er regelmäßige Abstimmungen über das NRW-Semesterticket will, das er im letzten Jahr eingeführt hat.

“Im uFaFo engagiere ich mich, weil ich auf Parteiklüngel keine Lust habe. Früher war ich Mitglied der grünen Uni-GAL. Die gibt es heute nicht mehr, stattdessen hat die grüne Parteijugend mit CampusGrün einen Parteikader gegründet, dem ich nie angehört habe und auch nicht angehören wollte. Ich wollte schon immer lieber studentische Interessen vertreten anstatt in der Uni dafür zu werben, dass die eigene Partei die Dinge schon richten werde. So ruhen ja mal wieder alle Hoffnungen auf der Landesregierung, wenn es um die Abschaffung der Studiengebühren geht. Dabei könnte die Uni selbst die Studiengebühren abschaffen, wenn wir Studierenden mehr Druck machen würden. Doch kaum ist die Landesregierung neu gewählt, sprechen die Parteistudis wieder davon, dass man ihren Parteien vertrauen müsse, während die Abschaffung der Gebühren offenbar auf die lange Bank geschoben wird. So werden Studierende verarscht und studentische Einrichtungen wie der AStA für Parteizwecke missbraucht, anstatt die Studierenden zu mobilisieren und ihre Mitbestimmung zu stärken.

Die Fachschaften zeigen, wie es besser laufen kann. Mehrere Jahre war ich in der Fachschaft Psychologie aktiv und habe z.B. an der Ausgestaltung der Bachelor-/Master-Studiengänge mitgearbeitet. Als Fachschaftler sind wir immer nah an den Sorgen und Bedürfnissen der Studierenden dran, statt abgehobene Ideologiedebatten zu führen. Genauso läuft es im uFaFo, nur dass wir uns neben den fachschaftstypischen Themen auch damit beschäftigen, was für die Studierenden der gesamten Uni wichtig ist. Bei Themen wie der Studiengebührenabschaffung, der Erhaltung des Semestertickets und der Demokratisierung der Hochschule können wir nur fächerübergreifend etwas erreichen.

Eines meiner Spezialgebiete ist das Semesterticket. Ich habe selbst schon zweimal die Verhandlungen über das Semesterticket geführt und weiß deshalb, wie es ist, den Vertretern der Verkehrsunternehmen gegenüber zu sitzen und darauf pochen zu müssen, dass der Preis niedrig, das Streckenangebot aber hoch bleibt. Das ist anstrengend und zeitraubend. Aber es ist wichtig und wenn man will, kann man sich auch durchsetzen. Deshalb ärgere ich mich darüber, wenn der aktuelle AStA einen Vertrag vorlegt, der nicht das Maximum dessen ist, was man erreichen kann und muss. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten immer wieder auf Fehler im Vertragsentwurf hingewiesen und damit die Studierendenschaft vor einigem Schaden bewahrt. Denn die jetzigen Verhandlungsführer werden die Uni irgendwann verlassen und dann zählen mündliche Absprachen nichts mehr. Dann fällt die Studierendenschaft auf den Vertrag zurück. Ich hatte mich deshalb auch gegen eine zu lange Vertragslaufzeit ausgesprochen. Woher wollen wir denn heute wissen, was die Studierenden in fünf Jahren wollen? Ich finde es entmündigend und unverantwortlich, über die Köpfe von Studierendengenerationen hinweg Entscheidungen zu fällen.

Das gilt auch für das NRW-Semesterticket. Das habe ich letztes Jahr als AStA-Vorsitzender verhandelt und eingeführt. Trotzdem bin ich dafür, regelmäßig die Studierenden darüber abstimmen zu lassen, ob es das Ticket weiterhin geben soll oder nicht.

Eine Besonderheit im uFaFo ist, dass wir als politische Gruppe nicht nur dann etwas unternehmen, wenn Wahlzeit ist, sondern das ganze Jahr über in Gremien aber auch außerhalb tätig sind. Neben der herkömmlichen studentischen Vertretungsarbeit realisieren wir auch immer wieder eigene Projekte. Seit Jahren gibt es im uFaFo schon Leute, die freie Software den üblichen Microsoft-Produkten vorziehen. Wir nutzen Linux und Open-Source-Programme. Das tun wir nicht nur, weil sie kostenlos sind, sondern weil wir die Idee der freien Verfügbarkeit von technischen Entwicklungen super finden. Ich habe mich letztes Jahr im AStA deshalb auch dafür eingesetzt, auf das freie Betriebssystem Linux umzusteigen. Es war nur eine Frage der Zeit, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Und so haben wir als uFaFo mit WWUmint ein Betriebssystem entwickelt, das speziell für den Studienbetrieb an der Uni Münster angepasst ist und auf unserer Homepage zum Download bereitsteht. Eine WWUmint-DVD wird auch mit jedem StudiPC-Computer ausgeliefert. Das StudiPC-Projekt ist im Grunde eine Sammelbestellung, die wir mit dem Computerhersteller DELL vereinbart haben, damit Studierende zu besonders günstigen Konditionen gute Geräte kaufen können. Diese Idee habe ich ins uFaFo eingebracht und es war großartig, sofort Mitstreiter zu finden, weil man ein solches Projekt gar nicht alleine umsetzen kann. Ich hoffe, dass wir die StudiPC-Sammelbestellung auch im nächsten Semester wieder durchführen können.

Eines unserer nächsten Projekte wird die Ausstattung der Studi-Wohnheime mit kostenlosem W-LAN sein. Wir sind davon überzeugt, dass alle Studierenden einen gut funktionierenden Internetzugang brauchen und wir gemeinsam mit Uni und Studentenwerk eine Lösung finden werden, diesen auch zu ermöglichen. Das werden sicherlich wieder spannende Verhandlungen und darauf freue ich mich schon sehr.”

4 Kommentare zu Lieber eigene Projekte realisieren als im Parteiklüngel untergehen

  Zwölf, die es ernst meinen by www.ufafo.ms

25. November 2010 um 23:58 Uhr

[…] 3. Jochen Hesping […]

David Großekathöfer

3. Dezember 2010 um 17:01 Uhr

Ich mein UNI-laptop ist angekommen. Allerdings ist freedos nicht installiert und WWUmint läuft nicht von der DVD aus. Ich komme wohl zur Startbild, allerdings wird Livemodus nicht richtig gebooted und der Bildschirm bleibt schwarz.

  Rot-grüner Filz wiedergewählt by www.ufafo.ms

4. Dezember 2010 um 23:27 Uhr

[…] Ein Kommentar von Jochen Hesping […]

Jochen Hesping

5. Dezember 2010 um 10:15 Uhr

von david weiß ich inzwischen, daß wwumint auf seinem e6510-notebook mit nvidia-grafik nichts anzeigt. mit linux mint 10 scheint es aber zu klappen. wir werden versuchen, das problem einzugrenzen. bitte postet auch weiterhin eure erfahrungsberichte oder schickt sie an wwumint(at)ufafo(dot)ms. danke!

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