Dranbleiben: Artikel Kommentare Abonnieren: Newsletter Kontaktieren: mail(at)ufafo(dot)ms Mitmachen: Plenum

26Nov2010

Nicht nur Krawall, aber auch!

von ufafo.ms in Wahlen

Unser Spitzenkandidat Jörg Rostek ist ein alter Hase in der Hochschulpolitik. Er sitzt für das uFaFo schon zum wiederholten Mal im Studierendenparlament und vertritt dort die Interessen der Studierenden. Doch Jörg ist keiner, der nur in Gremien sitzt und diskutiert. Er handelt auch. Vor zwei Jahren war er maßgeblich an der Bürgerinitiative beteiligt, die sich gegen den Bau der überkandidelten Musikhalle in Münster eingesetzt hat. Der von der Initiative geforderte Bürgerentscheid gab ihm Recht: Eine überwältigende Mehrheit der Münsteraner stimmte gegen die Musikhalle. Auch beim Bildungsstreik war und ist Jörg aktiv dabei. Er startete mit anderen Aktiven die Initiative zur Abschaffung der Anwesenheitspflicht. Seinen jüngsten Erfolg erstritt er vor dem Oberverwaltungsgericht. Jörg klagte gegen die undemokratische Wahl des Hochschulrats und die Richter stimmten ihm zu: Die Wahl des Hochschulrats hätte nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden dürfen.

„Studentische Interessenvertretung ist wichtig, weil sie uns die Chance eröffnet, unsere Zukunft mitzugestalten. Nur gemeinsam können wir Angriffe auf Bildung und Chancengleichheit abwehren und Forderungen durchsetzen. Ich engagiere mich, weil ich regelmäßig erlebe, wie Studierende entmündigt und übergangen werden. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass dies anders wird. Das tue ich auf unterschiedlichsten Wegen: Als Parlamentarier im Studierendenparlament stelle ich Anträge, diskutiere mit den anderen Listen und kontrolliere die Arbeit des AStA. Ich war auch schon Referent im AStA und habe dort Veranstaltungen zur politischen Bildung organisiert und den AStA nach außen vertreten. Eines meiner Projekte war der Literaturabend „Literatur 22“. Sicherlich auch motiviert durch meine Ausbildung zum Buchhändler, die ich vor Beginn des Studiums gemacht habe. Außerdem war ich natürlich lange in der Fachschaft aktiv, weil man dort am besten erfährt, wo den Studierenden der Schuh drückt, und gezielt und schnell helfen kann.

Leider hat sich bei uns im uFaFo schon lange die schmerzliche Erkenntnis durchgesetzt, dass Studierende in den meisten Gremien überstimmt werden. Im Senat haben wir nur vier Plätze, die ProfessorInnen aber 12, weshalb sie alles durchsetzen können, was sie wollen. Im Hochschulrat sind wir gar nicht vertreten. Da sitzen stattdessen Vertreter aus der Wirtschaft wie Thomas Middelhoff. Das empfinde ich als Skandal. Deshalb sehe ich Protest als legitimes Mittel demokratischer Beteiligung und als einzige Möglichkeit für Studierende, ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Der Bildungsstreik hat das wieder einmal bewiesen. Druck von der Straße kann etwas bewirken und muss deshalb weitergeführt werden.

Welche Form der Interessenvertretung ich wähle, hängt immer vom Thema ab. Beim Thema Studiengebühren waren massive Proteste nötig, weil darüber im Senat entschieden wurde, wo die vier Studierenden ja nichts ausrichten können. Andere Probleme lassen sich in Gesprächen oder durch Pressearbeit lösen. Auch ein Mix ist manchmal gut: Beim Bildungsstreik haben wir viel Pressearbeit gemacht, die ich zweimal bundesweit koordiniert habe. Wenn nichts anderes mehr hilft, bin ich auch bereit, zu klagen. Niemand verklagt gerne die eigene Uni, aber wenn es nicht anders geht, muss auch das leider sein. Und wie wir am Hochschulrat gesehen haben, kann das durchaus erfolgreich sein.

Das uFaFo ist genau die richtige Gruppe für mich. Denn hier werden nicht nur alljährlich im Wahlkampf linke Plattitüden wiedergekäut, sondern hier wird das ganze Jahr über aktiv gearbeitet. Wir zeigen immer wieder, dass Projekte durchgeführt und Ziele durchgesetzt werden können, auch ohne politisches Machtkalkül, Parteigelder oder demokratiefeindliches Verhalten.“

6 Kommentare zu Nicht nur Krawall, aber auch!

  Zwölf, die es ernst meinen by www.ufafo.ms

30. November 2010 um 13:35 Uhr

[…] 1. Jörg Rostek […]

Micha G.

30. November 2010 um 16:35 Uhr

Hi Jörg,

ich war etwas überrascht, dass es gar keine Listenwahl gibt, daher hab ich mich entschieden, dir meine Stimme zu geben und dich entsprechend weiter empfohlen! 🙂

Es kann wohl kein anderer Kandidat vorweisen, sich für die Einhaltung demokratischer Grundsätze bis in die Endinstanz gegen die Uni erfolgreich durchgeklagt zu haben!

Hab von euch übrigens (außerhalb eurer Internetseite) noch gar keine Wahlwerbung gesehen, euer Engagement verdient definitiv mehr Werbung!

VG
Micha

UED

4. Dezember 2010 um 17:57 Uhr

Erfolgreich durchgeklagt?

Lebst du in einer anderen Zeitlinie als ich? Die Klage war unzulässig und wurde folglich abgewiesen. Die Ausführungen der Richter zur Begründetheit der Klage sind zwar juristisch schön zu lesen, inhaltlich richtig, aber von ihrer Wirkung her nichts wert.

Klug wäre es gewesen, wenn Jörg sich vielleicht nach dieser Erkenntnis an ein (ehemaliges) Mitglied des Senats gewandt hätte, ob er/sie nicht zur Klage bereit gewesen wäre. Aber das waren doch bestimmt böse böse Jusos, oder so was, stimmts?

So ist leider nur ein Profilierungsversuch übrig geblieben, der uns beim Kampf gegen Hochschulräte nur sehr eingeschränkt weiter gebracht hat. Ihr hättet mehr draus machen können, ihr habts verpennt.

  Urkundenfälschung druch die Juso-HSG: Wir fordern Konsequenzen by www.ufafo.ms

25. Juli 2011 um 21:42 Uhr

[…] Jörg Rostek ist Mitglied des Studierenparlaments […]

  Demokratie braucht keine Hürden – uFaFo gegen 3- Prozent-Regel im Stupa by www.ufafo.ms

16. August 2011 um 22:29 Uhr

[…] uns deshalb gegen eine wie auch immer geartete Hürde bei den studentischen Wahlen aus”, so Jörg Rostek, uFaFo-Vertreter im […]

Micha G.

27. Oktober 2011 um 17:27 Uhr

@ „UED“
„Die Ausführungen der Richter … sind … von ihrer Wirkung her nichts wert.“

Falsch.
Die Klage mußte zwar Formal abgewiesen werden, inhaltlich wurde aber Recht gegeben (siehe z.B. http://ufafo.de/blog/2010/10/schriftliche-erklarung-des-ovg-zur-hochschulratswahl-liegt-vor), so dass die Hochschulratswahl seither öffentlich statt finden muß.

Ich war bei der Urteilsverkündung dabei. Was davor war, war vor meiner Zeit hier. Ich Frage mich aber dennoch, warum die Senatsmitglieder nicht von sich aus juristisch aktiv wurden.

Kommentieren

Herzlich willkommen


Du interessierst dich dafür, wie die Uni funktioniert und wie Studierende mitwirken? Du willst uns kennenlernen und erfahren, wie wir dich unterstützen können? Vielleicht willst du sogar selbst eigene Projekte realisieren?
Dann melde dich bei uns mail(at)ufafo(dot)ms
Oder komm zu unseren offenen uFaFo-Treffen

Wir sind…

eine unabhängige Initiativgruppe von Studierenden verschiedener Fächer & Watchblog. Erfahre mehr über uns.

Literatur 22

Der vergnügliche (Vor-)Lese- abend am 22. jedes Monats.
Nächster Termin: Mittwoch 22. Januar 2014, ab 19:00 Uhr im Club Courage.

Der Leerstandsmelder für Münster

Drogenlegalisierung

Wahlbetrug der Juso-HSG

Protest

Bildungsstreik Münster - Freie Fahrt für Bildung!

Unterwegs mit Bus und Bahn in Münster und NRW

Bildungsstreik Münster - Freie Fahrt für Bildung!

Lesenswert

Zehn Bücher, die Sie statt Sarrazins Buch lesen sollten

Lobbying konkret

Kauf den Rüttgers

Alle Themen:

Neuste Kommentare