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05Apr2011

Straßennamen auf der Kippe – Hindenburgplatz endlich umbenennen!

von ufafo.ms in Allgemeines, Kultur, Wohnen

(Schilderdiebe schlugen zu - Stadt erstattete Anzeige, Foto: Rostek)

Die Diskussion über belastete Straßennamen in Münster ist in vollem Gange (WN, 24.03.11: Straßennamen der Nazizeit). Die Stadt hat eine Kommission eingerichtet, die bis zum 15. Juni über zwölf Namen von Straßen (MZ, 19.03.11: Liste des Grauens) und Plätzen beraten und zu einer abschließenden Empfehlung kommen soll. Umbenennen oder nicht? Das ist hier die Frage. Betroffene Straßennamen sind beispielsweise der Franz-Ludwig-Weg, die Wagenfeldstraße, Pfiznerstraße, aber auch der Hindenburgplatz.

Viele der Straßennamen, die an nationalsozialistische Persönlichkeiten, aber auch „Erfolge“ erinnern sollen, stehen bereits seit Jahren zur Disposition. Auch der Name der Uni Münster, „Westfälische Wilhelms- Universität“, ist in der Studierendenschaft höchst umstritten. Der Senat konnte sich allerdings bis heute nicht zu einer Umbenennung durchringen.

6 Kommentare zu Straßennamen auf der Kippe – Hindenburgplatz endlich umbenennen!

El Jabalí

5. April 2011 um 13:23 Uhr

Ja, erst tilgen wir die Nazis aus den Straßennamen, danach am besten direkt aus den Schulbüchern. Ein schmieriger Versuch, die deutsche Geschichte reinzuwaschen ist das, sonst nichts.

Olaf

13. April 2011 um 17:47 Uhr

Die Vergabe von Straßennamen an Persönlichkeiten ist eine Ehrung der jeweiligen Person. Auch heute noch werden Menschen in einer feierlichen Stunde geehrt für ihr Lebenswerk, indem eine Straße nach ihnen benannt wird.
Doch wie kann ein Mensch mit einem Straßennamen geehrt werden, wenn nebenan ein Naziverbrecher dieselbe Ehrung erhielt? Undenkbar.
Ein Gedenken an die Naziopfer und eine Mahnung in Richtung der Täter muss anders geschehen und wird es auch – etwa am 8. Mai „Tag der Befreiung“. Auch mit einem alternativ zelebrierten Volkstrauertag bestünde die Möglichkeit, sich nicht in Militärzeremoniell zu ergehen, sondern den Opfern des Krieges zu gedenken und mahnend die Täter in die Erinnerung zu rufen.

Olaf

13. April 2011 um 17:50 Uhr

Übrigens haben die Allierten nach Kriegsende die Tilgung von Naziverbrechern aus den Straßenverzeichnissen angeordnet, weshalb es in Münster auch keinen Adolf-Hitler-Platz mehr gibt. Leider haben die Nazi-verseuchten Strukturen in der Stadtverwaltung damals eine weitergehende Ausführung verhindern können.

El Jabalí

16. April 2011 um 20:04 Uhr

Bei den meisten Straßen geht es ohnehin nicht um „Naziverbrecher“, sondern um Persönlichkeiten aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik, die man zwar kontrovers diskutieren, aber nicht pauschal als „Nazis“ abtun kann. Paul von Hindenburg beispielsweise hat zwar im Greisenalter Hitler zum Reichskanzler gemacht, er ist aber auch im 1. Weltkrieg als hervorragender Feldherr in Erscheinung getreten, der maßgeblich für die Befriedung der damaligen Ostfront gesorgt hat.

Unabhängig davon sind Straßennamen ein gewachsener Bestandteil der Geschichte einer Stadt, eines Landes und eines Volkes. Wer im Stile politischer Säuberungen, die in etwa mit der systematischen Tilgung slawischer Ortsnamen in den deutschen Ostgebieten zur NS-Zeit vergleichbar sind, die Geschichte reinzuwaschen versucht, betreibt systematische Geschichtsklitterung. Es ist dies letztlich eine faschistoide Vorgehensweise, Teil der „Wiedergutwerdung“ des deutschen Volkes: Die Systematische Verdrängung der Geschichte bzw. der Elemente der Geschichte, die man nicht haben will, zunächst aus dem Straßenbild, dann aus den Köpfen.

  Gemeinsam für eine Umbenennung des Hindenburgplatzes! by www.ufafo.ms

3. August 2011 um 08:41 Uhr

[…] direkt vorm Schloss, sondern ist auch die zweitgrößte innerstädtische Freifläche Europas. Die Diskussion über Straßennamen in Münster läuft schon länger. Zeit, dass wir Studierende uns zu Wort melden. Deshalb lautet […]

  Münster entehrt Hindenburg / CDU-stimmt mehrheitlich gegen Umbenennung des Hindenburgplatzes by www.ufafo.ms

21. März 2012 um 21:32 Uhr

[…] nach der Umbenennung des Hindenburgplatzes immer unterstützt und mit Beiträgen (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7) auf unserer Homepage, ja sogar mit einem eigenen Antrag im Studierendenparlament begleitet. Es ist […]

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