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21Mai2011

Stupa verabschiedet Haushalt – drastische Zusammenstreichung von Referaten

von ufafo.ms in Allgemeines

Das Studierendenparlament der Uni Münster hat vergangenen Dienstag den Haushalt für das Jahr 2011 (siehe hier: HH 2011) verabschiedet. Es war eine der wichtigsten Debatten der Legislaturperiode, denn der Haushalt legt fest, wohin die Gelder der Studierendenschaft – immerhin über 10 Millionen Euro – fließen sollen.

Sparattacke des RCDS

Der Haushalt war von Juso-HSG und Campusgrün eingereicht worden. Massive Kritik kam vom RCDS. Er fuhr über 20 Änderungsanträge auf. Diese beinhalteten unter anderem die Schließung der AStA-Druckerei, die Zusammenlegung von Schwulen-, Lesben-, Frauen- und Fikus (Finanziell und kulturell benachteiligte Studierende) Referats zu einem „Gleichstellungsreferat“, die Reduzierung der Gelder für Projektstellen, die Kürzung des Etats für die Ausländische Studierendenvertretung (ASV), die Abschaffung der AStA-Zeitung und das Ende der Subvention des Münsteraner Jazz-Festivals. Sämtliche Änderungsanträge des RCDS wurden von einer parlamentarischen Mehrheit – darunter auch das uFaFo – abgelehnt. Der Haushaltsentwurf wurde unverändert in 2. und 3. Lesung übernommen und verabschiedet.

Koalition kastriert Referate

Doch auch das uFaFo kritisiert die Haushaltspolitik von Rot-Grün. So wird an beinahe allen Referaten drastisch gekürzt. Die finanziellen Mittel für das Lehramts-/Bildungsreferat, das Referat für Frieden und Internationales, das Kulturreferat, das Referat für IT/Datenschutz und das Referat für Antirassismus wurden zusammengestrichen. Nur vier Kernreferate sind übriggeblieben. Die Gelder aus diesen Referaten sollen in „Projektstellen“ fließen. Insgesamt sind mehr als 100.000 Euro für diese Projektstellen vorgesehen.

uFaFo befürchtet Desaster

Dies stellt einen der tiefsten Strukturänderungen der vergangenen Jahrzehnte dar und die Ausdünnung der verfassten Studierendenschaft dar. Wenn das Projektstellen-Konzept scheitert – also von den Studierenden nicht angenommen wird, wird die studentische Politik in Münster weiter geschwächt. Die Gefahr besteht, dass der Verlust der personellen Substanz durch die Reduktion des Stammpersonals dafür sorgt, dass zahlreiche organisatorisch-politische Herausforderungen nicht mehr gemeistert werden können. Auch ist fraglich, ob die Studierenden in dem gewünschten Maße Projektstellen vorschlagen und auch ausfüllen werden.

Operation gelungen, Patient …

Dennoch: Trotz aller Befürchtungen, ist es der Studierendenschaft zu wünschen, dass sich viele Studierende für die Projektstellen melden und erfolgreich arbeiten. Jörg Rostek, Parlamentarier des uFaFo bringt es auf dem Punkt: „Auch, wenn wir nicht operieren dürfen und die Methode für falsch halten, hoffen wir selbstverständlich, dass der Patient überlebt.“

13 Kommentare zu Stupa verabschiedet Haushalt – drastische Zusammenstreichung von Referaten

Lenny

21. Mai 2011 um 09:09 Uhr

Das ufafo ist zum fürchten.

paTTY

21. Mai 2011 um 13:55 Uhr

Oh, euer WWUMint scheint ja echt gut zu sein, wenn ihr selber Windows 7 nutzt…

Jörg Rostek

22. Mai 2011 um 10:19 Uhr

Probier´s doch einfach mal aus.

Sebastian Philipper

23. Mai 2011 um 19:36 Uhr

Darf ich dich an dieser Stelle mal direkt frech zitieren, Jörg? 😉 Probier es doch quasi einfach mal aus und warte ab, wie es sich mit den Projektstellen so verhält. Vielleicht wird es ja gut, kein Thema kommt zu kurz und sie werden vielleicht sogar umfassender behandelt, weil die entsprechenden Personen einfach mehr Zeit haben, da sie sich voll auf ihr Thema konzentrieren können, z.B. die Zukunftswerkstatt Hochschulgesetz NRW.
Wir haben ja auch gesagt, dass wir die Entwicklungen fortlaufend evaluieren und nächstes Jahr dann ggf. entsprechende Anpassungen vornehmen würden, wenn wir sehen, dass wichtige Themen auch tatsächlich vernachlässigt werden. Vielleicht muss es sich eben erst einpendeln, wobei die Projektstellen bisher wirklich gut angenommen wurden. Wenn dir ein Thema fehlt, kannst du dich natürlich auch gerne selber damit bewerben, ansonsten wollten wir ab Juni die nächste große Bewergungswelle starten.
Ansonsten würd ich sagen: Wir sollten wirklich versuchen, den Studierenden mal mehr zu vertrauen, dass den Studis Politik eben nicht unwichtig ist und dass sie (direkte) die Mitbestimmung suchen. Vielleicht sind sie auch nur enttäuscht, dass ihre eigenen Themen bisher nie aufkamen und jetzt werden sie mit einbezogen, werden nach ihrer Meinung gefragt und haben eine Möglichkeit, sich selbst innerhalb der Hochschulpolitik zu verwirklichen. Neue Wege, neue Chancen!
Du siehst es als Ausdünnung, ich sage es ist eine Chance und man muss sehen, dass man das erst definitiv beantworten kann, wenn Ergebnisse darüber vorliegen.. aktuell sitzen wir aber beide vor der Glaskugel und deuten die Schatten.

Aber ansonsten sind wir uns ja scheinbar einig darüber, dass der RCDS beim Haushalt glücklicherweise keinen ihrer kurzsichtigen Anträge (Paradebeispiel: Druckerei bei den Ausgaben streichen, aber bei den Einnahmen drin stehen lassen, Verrechnerei bei den Projektstellen und dem 15.000 AE-Etat einen 25.000 Inventar-Etat entgegensetzen und die Überzeugung, dass wir keine weiteren Projektstellen mehr einreichen würden) durchbekommen hat!

Jochen Hesping

24. Mai 2011 um 01:59 Uhr

kurz gesagt: in sog. projektstellen sollen studis für ein minimalgehalt die inhaltliche arbeit leisten, für die sich die gewählten asta-referent/inn/en keine zeit mehr nehmen wollen. dennoch dürfen sie nicht wirklich mitbestimmen, denn alle wirksamen beschlüsse werden nach wie vor von den wenigen asta-referent/inn/en gefällt. und wie praktisch ist das denn: die vielen neuen asta-leute müssen sich gar nicht mehr vom sp wählen lassen, sondern werden einfach vom asta eingesetzt und bei bedarf bzw. nichtgefallen wieder rausgeschmissen, wie sebastian gestern im radioq-interview mitteilte. ja, echte demokratie ist da schon etwas anstrengender und echte mitbestimmung etwas ganz anderes…

in einem gebe ich dem neuen asta aber recht: es wäre wirklich schön, wenn dieses konzept wenigstens dazu führen würde, daß sich mehr studis in der studentischen interessenvertretung engagieren, auch ohne einer liste anzugehören. vielleicht können wir dann endlich die parteilisten überwinden. ob das klappt, werden wir schon im herbst sehen, wenn jusos und grüne sicherlich alle projektstellenleute – ganz unverbindlich natürlich – fragen (wohl eher auffordern) werden, auf den parteilisten zu kandidieren, um möglichst viele stimmen einzufangen. nicht wahr?

Piratin

24. Mai 2011 um 09:40 Uhr

Wart mal die Platte kenn ich doch … die hat nen Bart.

Diese im ufafo offensichtlich verbreitete Einstellung Arbeit im Asta sei Erwerbsarbeit kommt auch in J.s Text nicht zu kurz.

Jochen Hesping

24. Mai 2011 um 10:12 Uhr

hallo piratin, abgesehen von der arbeit der beschäftigten (büro, finanzreferat, sozialberatung, it-administration u.s.w.) ist die tätigkeit im asta nach unserer auffassung KEINE erwerbsarbeit, sondern ehrenamtliches engagement. deshalb haben wir im letzten asta, an dem wir beteiligt waren, die vielen viertelstellen, die der vorgänger-asta eingerichtet hatte, abgeschafft und von den asta-referent/inn/en (die übrigens alle gleichermaßen mitbestimmen durften) erwartet, daß sie sich voll oder mindestens auf hohem niveau im asta engagieren (der nachfolge-asta unter clarissa stahmann hat das aber wieder umgekehrt). bei den projektstellen des neuen astas sieht die sache aber ganz anders aus: die ausschreibung fordert die festlegung eines stundenumfangs und bietet einen stundenlohn von 4 euro (aufwandsentschädigung genannt), mitbestimmen dürfen die in projektstellen arbeitenden nicht, sie sind sozusagen weisungsgebunden den asta-referent/inn/en untergeordnet. das entspricht einer erwerbsarbeit, die meines erachtens dem wesen einer studentischen interessenvertretung widerspricht. wenn der asta aber nunmal viele studis beschäftigt, sollte er sie wenigstens angemessen bezahlen!

Sebastian Philipper

25. Mai 2011 um 13:50 Uhr

Kurze Zusammenfassung: Lass mal die ideologischen und persönlichen Scheuklappen weg und versuch doch wenigstens, die neue Struktur zu verstehen, anstatt nur Stimmung gegen die bösen anderen Listen zu machen: Die Projektstellen sind nicht weisungsgebunden sondern arbeiten MIT uns an ihren Projekten zusammen, das hat auch nichts mit „keine Zeit/Lust“ der Refs bzgl. bestimmten Themen zu tun, deren AE berechnet sich auf selbem Weg wie die für die Refs (also wird niemand benachteiligt, bzw. wenn überhaupt alle) und die demokratische Mitbestimmung besteht für die Projektstellen ebenfalls via Referatskonferenz, auf denen die Interessen der Projektstelleninhabenden berücksichtigt werden sollen.
Das ist mittlerweile auch das x. Mal, dass ich das irgendwo öffentlich sage/schreibe, insofern die Frage von mir an dich: Kannst oder willst du das nicht verstehen..?

Du hast da einige Sachen scheinbar nicht ganz verstanden. Die Projektstelleninhabenden dürfen sehr gerne mitbestimmen, wenn sie denn wollen. Das Plenum steht ihnen offen, zudem gibt es so genannten Referatskonferenzen, wo eine Referatsmeinung zu den Positionen erörtert wird, die dann in’s Plenum getragen wird. Und jetzt das erstaunliche: Die meisten nehmen weder das eine, noch das andere wahr. Die Möglichkeiten bestehen aber. Ob die Leute sie nutzen wollen, hängt von ihnen ab. Zwingen will und werde ich sie jedenfalls dazu nicht, das können die schon selber entscheiden.

Weisungsgebunden sind die auch nicht, die Projektstellen arbeiten mit unserer Unterstützung zu dem, was ihnen selbst wichtig ist; eine Symbiose, wenn du so willst. Studierende können sich selbst verwirklichen, der AStA bekommt mal neues Blut. Sie bekommen das Ok von uns für ihr Projekt und arbeiten dann gemäß der gegenseitig getroffenen Vereinbarung mit unserer Betreuung und Hilfe daran.

Die AE errechnet sich übrigens wie bei den Refs, insofern ist wenn überhaupt beides Ausbeuterei (also auch die AE für die Refs), oder eben garnichts von beidem. Auch darüber hat sich noch niemand beschwert, wohl weil alle das als Engagement betrachten und nicht als Versorgungsstelle für Langzeitstudenten.. wenn das uFaFo die AEs für die Refs anheben möchte.. naja, kommt gerne im Haushaltsausschuss vorbei, schlagt das vor und schlagt euch dann mit dem RCDS rum 😉 Wobei ich auch sagen muss, dass ich das als Ehrenamt sehe und 4 Euro/Stunde für alle da durchaus fair sind. Wenn ich mich nicht irre, habt ihr ja selber damals mit ähnlichen Argumenten gegen eine Erhöhung dessen gestimmt..? Und nochmal zur Klarstellung: Das ist kein Arbeitnehmerverhältnis. Punkt.

Die Sache mit dem „wofür die Refs keine Zeit/kein Interesse haben“ stimmt auch überhaupt nicht, das ist ein Vorwurf deinerseits. Wir wollten den AStA einfach öffnen. Du hast natürlich die Freiheit zu sagen, dass dir ein offener AStA nicht passt, aber diese Interpretation von weiter oben passt nun wirklich garnicht dazu. Ebenso wie deine Interpretation des Interviews gestern, das bezog sich nicht auf die Projektstellen, sondern darauf, dass man faule Refs wenn man Pech hat eine Legislatur lang durchfüttern muss und die Arbeit dann einfach brach liegt. Dir fallen bestimmt auch einige Beispiele ein, die du für genau sowas kritisiert hast.
Von Bedarf/Nichtgefallen war da nie die Rede, wenn was nicht läuft gehen wir eher auf die Leute zu und reden mit denen.. mit anderen Worten ist das wieder nur ein Vorwurf deinerseits, der wohl durch Voreingenommenheit gefärbt ist. Das ist schade, aber wenn du lieber unmotiviert rumstänkern willst, ist das natürlich deine Sache.

Und die Sache mit der Rekrutierung: Ich hab noch niemanden irgendwohin gelotst, meines Wissens sind alle bisher listenlosen auch nach wie vor listenlos oder zumindest auf unserem Plenum nicht aufgekreuzt, kann da aber nur für mich sprechen. Wenn die Leute von sich aus dann aktiver werden und ihr Engagement ausweiten wollen, sollen die das von mir aus auch gerne tun; bei wem ist mir erstmal grundsätzlich egal, wobei ich Engagement in Fachschaften sogar tatsächlich empfehle. Letzteres wird man mir aber wohl kaum zum Vorwurf machen können, nehme ich an.
Und ich will ja nichts sagen, aber wer hat denn damals die ganzen Bildungsstreiker auf die uFaFo-Wahlliste lotsen wollen..? Ihr wolltet ja auch mal mich, als ich noch Fachschaftenreferent und listenlos war, bei mehreren Gelegenheiten anwerben und habt dafür ebenfalls mehrmals einen Korb bekommen. Es ist zwar naheliegend, dass man bequem mit Dreck um sich werfen kann, wenn man mitten drin sitzt, ob man das aber tatsächlich tun sollte, ist die andere Frage.

Was die Abschaffung von Viertelstellen angeht: Du bist ja schon einer Weile an der Uni, Jochen, mittlerweile gibt es da was neues, das nennt sich Bachelor/Master, das frisst, gepaart mit finanziellen Problemen wie fehlenden Bafög-Anpassungen etc., Studierenden so ziemlich die Zeit weg. Denkst du wirklich dass es angesichts dieser Entwicklungen ein guter Weg für die Zukunft ist, Leuten vorzuschreiben wie und in welchem zeitlichen Maße sie sich einbringen können? Ich denke nicht, den Studierenden muss ein Raum für Engagement geschaffen werden, wieso also nicht auch von ihnen selbst? Schließlich wissen die Studierenden selber am besten, wieviel Zeit sie für etwas aufbringen können und wollen.. auf genau dieser Überlegung basiert dieses neue Modell, das ist die absolute Quintessenz: Öffnung des AStA gemäß der tatsächlichen Möglichkeiten und Motivation der Studierenden.
Wenn du beim alten Modell bleiben willst, stirbt der AStA meines Erachtens langsam aber sicher aus oder aber du hast die selben alten Nasen da rumsitzen, die sich immer mehr von den Studierenden entfremden, da sie in ihrer Idealwelt von vor 10-20 Jahren festhängenn und die ebenfalls vorwiegend aus Listen kommen. Soll das der ideale AStA sein..? Na ich weiß ja nicht..

Bianca Hüsing

25. Mai 2011 um 16:35 Uhr

Auch meinerseits eine kurze Zusammenfassung. Nicht der inhaltlichen Pro- und Kontraargumente, denn da sind auf beiden Seiten überzeugende gefallen. Ich erstelle mal eben einen kleinen Auszug aus Zitaten und richte anschließend die Frage an Sebastian, was genau er unter böser Stimmungsmache versteht, wenn er selbst auf folgende Art und Weise schreibt:

„ideologischen und persönlichen Scheuklappen“

„wohl weil alle das als Engagement betrachten und nicht als Versorgungsstelle für Langzeitstudenten..“

„aber wenn du lieber unmotiviert rumstänkern willst“

„dass man bequem mit Dreck um sich werfen kann“

„Du bist ja schon einer Weile an der Uni, Jochen“

„oder aber du hast die selben alten Nasen da rumsitzen, die sich immer mehr von den Studierenden entfremden, da sie in ihrer Idealwelt von vor 10-20 Jahren festhängen“

Ich entdecke in den Zitaten einige bedenkliche Ansätze von Diskriminierung gegenüber Studierenden, die etwas länger dabei sind…
Gruß, Bianca

Sebastian Philipper

25. Mai 2011 um 21:31 Uhr

Ganz davon ab, dass zwischen Stimmungmache und einem etwas schärferen Ton gespickt mit zynischen Nebenbemerkungen gegenüber einer bestimmten Person (zudem redet Jochen ja selber so und dürfte folglich selbst keine Probleme damit haben) immer noch Welten liegen, hier die von dir gewünschte Erklärung:

1: Scheuklappen: Bezieht sich darauf, dass trotz einer enormen Anzahl von Erklärungen und Richtigstellungen (in manchen Fragen ist es nicht meinungsabhängig, da wurden in Jochens Beitrag Sachen einfach falsch dargestellt) immer noch die selben Argumente dagegen aufgerufen werden. Das frustriert zum einen mit der Zeit, zum anderen erweckt es auf Dauer einen seltsamen Eindruck, wenn diese Argumente immer noch von den selben Leuten kommt. Daher auch die Frage, ob Jochen das nicht verstehen kann oder nicht verstehen will, da ja immer noch Unwahrheiten verbreitet werden (z.B. weisungsbefugte Projektstellen, „Die Referenten haben keine Lust auf das und das Thema“). In diesem Fall von Jochen, welcher auch die einzige Person ist, auf die ich meinen Beitrag bezogen hab. War also keine Stimmungmache, sondern ein persönlicher Kommentar in Richtung Jochen; der ihm gegenüber angeschlagene Ton liegt an oben beschriebener Genese und vergangenen Ereignissen. Und wenn ich ehrlich sein soll: Ich wäre überrascht, wenn Jochen jetzt aufhören würde, die nicht zutreffenden Punkte dennoch zu wiederholen. Genau da ist für mich auch die Grenze zur Stimmungmache überschritten: Wider besseres Wissen öffentlich auf einer Behauptung zu beharren.

2. Versorgungsstellen: Das ist der AStA nunmal in meinen Augen einfach nicht. Das ist kein Job, das ist nichts, womit man sich seinen Lebensunterhalt finanzieren kann und/oder sollte. Wenn der AStA durch Leute blockiert wird, die sich darüber finanzieren, finde ich das bedenklich, da hier etwas anderes im Mittelpunkt stehen sollte. Auf die AEs bezogen heißt das, dass sie kein Lohn sind, sondern eine Entschädigung für a) die Zeit, die man sich neben dem Studium dafür Zeit genommen hat und b) die Zeit, die man dadurch eben für andere Dinge verloren hat. Wer nur im AStA ist um Geld zum Leben zu verdienen, ist da meines Erachtens nicht gut aufgehoben, da es um Interessen geht, dort auch neue Impulse gebraucht werden und nicht die Interessen vieler Studierender hinter der Lebensfinanzierung einzelner Leute im AStA hinten anstehen dürfen. Ich sehe auch nicht, wo du da einen Angriff auf irgendwen siehst.. das ist ja sogar, wie ich später geschrieben hab, genau die Position des uFaFo, weswegen ihr als Liste euch dafür eingesetzt habt, dass die AE nicht erhöht wird. Naja, vielleicht ist das ja jetzt klarer geworden.

3. Rumstänkern: Vorweg: Wenn Jochen eine andere Meinung hat, ist das ok, das kann ich problemlos akzeptieren. Aber mir geht es um das bewusste Verbreiten von Unwahrheiten. Er weiß z.B., dass Refs und Projektstellen nach dem selben Schlüssel entschädigt werden.. warum er das dann als Ausbeutung der Projektstellen darstellt, ist mir auf zweierlei Art ein Rätsel. 1) Macht das inhaltlich keinen Sinn 2) Wenn er weiß, dass das nicht stimmt, wieso nutzt er es dann für „Kritik“? Das ist für meine Begriffe nicht argumentieren, sondern stänkern, da mir seine Motivation schleierhaft ist, erscheint mir das motivationslos.

4. Dreck: Bezieht sich auch komplett allein auf Jochen. Er wirft aktuellen AStA-Mitgliedern vor, diesen als Rekrutierungspool für einen nächsten Wahlkampf zu missbrauchen. Ich weiß ja nicht, was du von diesem Vorwurf hältst, aber ich finde das ist unhaltbar als auch unnötig zugleich. Dann hab ich mich dran erinnert, dass auch Jörg (bzw. damals auch andere uFaFo-Mitglieder) im Bildungsstreik für die Wahlen gewildert haben und auch ich bei mehreren Gelegenheiten gefragt wurde, ob ich für das uFaFo für’s StuPa kandidieren oder allgemein dahin gehen wolle. Im Prinzip hätte ich auch schreiben können „Bitte kritisiere nicht andere für etwas, was sie zum einen noch nicht getan haben und zum anderen, was du/ihr selber in der Vergangenheit bereits praktiziert habt“. Wäre der Vorwurf von diro der Jörg gekommen, hätte ich das wohl auch respektvoller geschrieben, aber in Bezugnahme auf Punkt 1 und der Genese: Es ist nunmal Jochen, Verfasser solch beleidigender Beiträge wie „rot-grüner Filz wiedergewählt“. Ich sehe da keine Verpflichtung zum diplomatischen Sprachgebrauch, entschuldige bitte, Bianca.

5. Weile: Ach komm schon, den und andere Sprüche hat Jochen im StuPa schon selber über sich gebracht, z.B. „Ihr müsst lauter reden, ich bin schon alt und kann euch nicht mehr so gut verstehen.“ oder ähnliches. Jetzt wirst du ein wenig überkritisch.. als ob du nie nicht ganz ernst gemeinte Intros verwenden würdest.

6. Alte Nasen: Das ist etwas überspitzt ausgedrückt das Szenario, das ich den Studierendenschaften der Zukunft nicht wünsche, eine Dystopie, wenn du so willst, und somit ein Modell; das sollte ja auch aus dem Text hervorgehen.
Mal als verdeutlichendes Beispiel: Du hast doch selber mal gesagt, dass du von Politikern bzw. deren Aussagen nicht viel hältst, die vor Ewigkeiten mal studiert haben und sich jetzt dem Irrtum hingeben, genau zu wissen, was für aktuelle Studierende wichtig ist und dann aufgrund längst vergangener Erfahrungen die Bedingungen für heute zementieren. Sowas, finde ich, kann’s einfach nicht sein, daher braucht auch der AStA als Interessenvertretung Leute, die nah an den Studierenden dran sind, die von diesen auch als Studierende akzeptiert werden, weil sie ihre Probleme eben kennen, kurz: Nähe ist wichtig.
Klar ist das dann leicht drastisch dargestellt, aber das auch nur zur Verdeutlichung wo es schlimmstenfalls hinführen kann, wenn nicht auch auf Ebene der verfassten Studierendenschaft auf BA/MA und den damit verbundenen Zeitmangel der Studierenden reagiert wird.

So, zum Abschluss möchte ich dich beruhigen: Nein, ich diskriminiere keine Studierenden, die über die Regelstudienzeit hinauskommen. Wär ich ja auch schön blöd, werd ja selber einer werden (nämlich ab dem 1. Oktober..) und 1-2 Semester länger brauchen 😉
Falls du dich dennoch über den nicht ganz so netten Ton gewundert hast: Der resultierte zum einen daraus, dass ich nach zig Erklärungen diese teils ungerechtfertigte Kritik (die andere resultiert halt daraus, dass wir zu manchen Sachen eine andere Meinung haben) langsam ermüdend finde. Wenn sie darüber hinaus noch von mitunter einer ewig-gleichen Person kommen, ist das natürlich dem entsprechend nochmal anders. Ich hoffe, du verstehst das und auch meine obige Definition zum Unterschied zwischen Stimmungmache und Kommentar zu einer Person; mein Beitrag ging jedenfalls nicht gegen das uFaFo, sondern gegen Jochens Kommentar, um das abschließend zu sagen.

Olaf

26. Mai 2011 um 16:53 Uhr

Es hilft auch nichts, wenn du jetzt ellenlange Begründungen schreibst. Deine Ausfälle in Richtung „Langzeitstudierende“, die deinen Aussprüchen nach kein Engagement zeigen, sondern nur auf Versorgungsstellen rumsitzen, sind unerträglich.
Wenn es für dich persönlich nicht zu ertragen ist, dass neben vielen jungen engagierten Menschen auch einige dabei sind, die schon länger aktiv sind und deshalb auch mit viel Sachkompetenz aufwarten können, dann verzieh dich einfach wieder und nutze deine Versorgungsstelle im AStA nicht dafür, Polemiken über das uFaFo zu schreiben.

Grüße
Olaf

Sebastian Philipper

27. Mai 2011 um 01:31 Uhr

Stimmt, auch „ellenlange“ Begründungen helfen nichts gegen Ignoranz, die du (bevor sich wieder wer auf den Schlips getreten fühlt: Das geht nur an Olaf, weder an irgendwen sonst oder das uFaFo) hier grad an den Tag legst. Wenn du meinst, ich hätte was gegen Langzeitstudenten, darfst du das natürlich denken.. geht halt nur total an der Realität vorbei; auf gut deutsch ist es mir scheißegal wie lange irgendwer studiert oder studieren will, so lange es deren freie Entscheidung ist.
Ich glaube auch nicht, dass du in der Lage bist Gedanken zu lesen und genau das wäre die Vorraussetzung für Sätze wie „Du denkst/meinst/bist der Ansicht, dass xyz.“, oder eben eine gute Kenntnis meiner Person, die ist aber definitiv nicht gegeben, da wir praktisch 0 miteinander zu tun haben.
Außerdem hab ich nie gesagt, dass alle Langzeitstudis kein Engagement zeigen oder inkompetent, das sind jetzt böswillige Interpretationen deinerseits.
Fakt ist: Ich weiß, was ich gemeint hab, ich hab es oben erklärt, die Polemik bezog sich auf Jochen und seinen Kommentar, nicht auf Langzeitstudierende oder das uFaFo. Weiterer Fakt: Ich werd meine Position und Meinung ja wohl besser als sonst irgendwer kennen. Glaub es oder glaub es nicht, fühl dich auch von mir aus persönlich angegriffen, mir egal, dein Leben, deine Entscheidung, tu was dich glücklich macht; ich weiß, was ich gemeint habe und deine Vorwürfe, und mehr ist das hier grad nicht, gehen meilenweit an der Realität vorbei, Punkt.

Olaf

1. Juni 2011 um 00:45 Uhr

Wenn du nichts gegen Langzeitstudierende hast, warum nutzt du diese Vokabel dann als „Schimpfwort“ gegen Jochen?
Ich kann lesen und brauche hier nicht Gedanken lesen. Ich finde es allerdings erschreckend, dass du dich hier auf so ein Niveau runterbegibst, nur um Jochen zu diskreditieren, der hier ganz sachlich unsere Position wiedergegeben hat. Und ich kann auch nicht verstehen, dass du dir hier einen von uns vornimmst zu beschädigen, als ob diese gemeinsame Position des uFaFo zu eurem AStA-Modell jetzt nur eine Privatmeinung eines Mitgliedes wäre. Wir kennen eure Analysen von Campus Grün und Jusos zum Bachelor/Master System und dem Engagement der Studierenden und diese Analyse greift schlichtweg zu kurz. Das war schon so, als diese Position von den Jusos vor vielen Jahren im bundesweiten Kontext entwickelt wurde. Sie beruhen u.a. auf den Studien der AG Hochschulforschung der Universität Konstanz (Tino Bargel).
Was ihr macht, ist reine Symptom-Bekämpfung, ohne die Ursachen anzugehen. Deswegen kann ich auch nachvollziehen, dass Einzelne das Modell ganz toll finden und durchsetzen. Auf den ersten Blick scheint es ja auch zu funktionieren. Dennoch geht es in die völlig falsche Richtung.

Ich möchte nochmal betonen, dass du bitte deine Beleidigungen gegen Einzelpersonen hier unterlässt und dich auf die inhaltliche Arbeit konzentrierst oder gehen kannst.

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