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14Jul2011

„Wilhelm hätte das gefreut“

von ufafo.ms in Frieden

Die Westfälische Wilhelms-Uni hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. So kommentiert das unabhängige Fachschaftenforum die gestrige Entscheidung des Senats, der Bundeswehr weiter Plätze und Räume zur Verfügung zu stellen.

Im Senat erlebten die Gäste eine Debatte über Bedeutung und gesellschaftlichen Rang des deutschen Militärs, die an Oberflächlichkeit schwer zu überbieten ist. Nicht nur, dass die Bundeswehr, ein Instrument organisierter Gewalt, von Professoren als „Organisation wie jede andere“ dargestellt worden ist, sie wurde auch als Beschützerin der demokratischen Grundordnung bezeichnet. Dies ist sicherlich im Verteidigungsfall richtig, lässt aber außer Acht, dass die Bundeswehr seit ihrer Gründung gravierende Umwälzungen erlebt hat: Ihr Aufgabenbereich wurde erweitert. Sie ist von  einer Verteidigungsarmee zu einer „Armee im Einsatz“ bzw. Präventionsarmee geworden: Deutsche Soldaten töten und werden getötet. Unvergessen ist das Bombardement der Bundeswehr auf Tankfahrzeuge nahe Kunduz, am 4. September 2009,  bei dem laut NATO über 140 Menschen – Zivilisten, darunter auch Kinder – getötet wurden. Der Senat hat hier die Chance verpasst, die Uni Münster zu dieser Entwicklung zu positionieren und sich als Friedensuniversität in Westfalen zu profilieren. Er hat die Möglichkeit für das Militär offengelassen, den Schlossplatz für seine Selbstdarstellung weiter nutzen zu können. Kaiser Wilhelm hätte sich darüber gefreut.

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Kritik an studentischen Senatsmitgliedern

Mit Unverständnis reagiert das uFaFo auf den Konformismus der studentischen SenatorInnen Felix Höppner (Juso-HSG), Nina Horré (Juso-HSG), Tim Löpmeier (FSR Mathe&Info) und Christian Kraef (FSV Medizin), welche sich bei der Abstimmung über die Resolution des Studierendenparlaments enthalten haben. Sie haben damit zum zweiten Mal gezeigt, dass sie bereit sind, der gewählten studentischen Interessenvertretung – auch wenn sie selbst Parlamentarier sind und für die Resolution gestimmt haben – in den Rücken zu fallen. Anstatt Rückgrat haben sie Konflikunfähigkeit bewiesen. Mit keinem Wort haben sie sich für eine Universität, die sich Frieden und Freiheit verpflichtet fühlt, eingesetzt.

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Schlossplatz ist „kein Exerzierplatz“

Nichtsdestotrotz begrüßt das uFaFo die Aussage der Rektorin, dass der Schlossplatz „kein Exerzierplatz des Militärs“ sei. Diese Aussage ist bedeutsam, weil sie dem Anliegen der Studierenden entgegenkommt. Würden in Zukunft Militärrituale auf dem Schlossplatz abgehalten, käme es sicher – wie Ende Juni 2010 – zu Protesten. Bei diesen Protesten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Bundeswehreinheiten, in deren Verlauf Demonstrierende verletzt und des Platzes verwiesen wurden.

5 Kommentare zu „Wilhelm hätte das gefreut“

Otto v. H.

14. Juli 2011 um 21:00 Uhr

uFaFo wegbuxen!

Bianca Hüsing

18. Juli 2011 um 10:59 Uhr

„Lufthoheit über Klassenzimmern“
http://www.fr-online.de/politik/lufthoheit-ueber-klassenzimmern/-/1472596/8681448/-/index.html

Der FR-Artikel berichtet, wie die Bundeswehr sich in die Köpfe junger JournalistInnen (Schülerzeitungen u.a.) einschleicht und die Militärpolitik unbemerkt verbreitet.

Armin

27. Juli 2011 um 16:38 Uhr

Mich freut das auch 🙂

Jörg Rostek

27. Oktober 2011 um 13:26 Uhr

Bundeswehr zieht teilweise aus Münster ab

Im frischen blauen Hemd steht Hauptgefreiter Daniel Hemmer hinter der Theke im Offiziersheim der Lützow-Kaserne. „Ich weiß nicht, wie es weiter geht“, sagt der 20-Jährige, der nach dem Freiwilligendienst gerne Zeitsoldat werden möchte. Wie Hemmer wissen auch seine Vorgesetzten am Mittwoch nicht wirklich, was kommt. Die Zukunft der Bundeswehr in Handorf ist in Berlin entschieden – aber irgendwie doch nicht.
http://www.bbv-net.de/lokales/muenster/nachrichten/1747555_Luetzow_Kaserne_hart_von_Kuerzungen_betroffen_Zukunft_offen.html

Jörg Rostek

13. Dezember 2011 um 15:44 Uhr

Redebeitrag vom Berliner Bündnis „Schule ohne Militär“ auf der Bildungsstreik-Demo am 17.11.2011 in Berlin.

Themen: Jugendoffiziere und Bundeswehr an Schulen, Rekrutierungspraktiken, Rüstungsforschung an Unis.

Redner: Ricardo Cristof Remmert-Fontes (Aktion Freiheit statt Angst e.V.)

Link: http://vimeo.com/33520912

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