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13Sep2011

Rechtliche Klarstellung des Wissenschaftsministeriums zur Anwesenheitspflicht

von ufafo.ms in Studienbedingungen

Pünktlich zum Semesterstart kommen aus dem Wissenschaftsministerium NRW einmal gute Nachrichten:

Das Wissenschaftsministerium hat eine rechtliche Klarstellung bezüglich der Anwesenheitspflicht in Seminaren, Vorlesungen und anderen Lehrveranstaltungen an alle Hochschulen verschickt. Aus ihr geht hervor, dass Anwesenheitspflichten nicht im Ermessen einzelner Dozentinnen und Dozenten liegen und unzulässig sind, wenn „das Lernziel auf andere Weise, insbesondere im Wege des Selbstudiums allein oder in privaten Arbeitsgemeinschaften, erreicht werden kann“.

Weitere Infos:

MIWF NRW: Anwesenheitspflichten, 9.09.2011 (PDF)

Prorektorin verschickt „Hinweise zur Anwesenheitspflicht“ (11.05.2010)

5 Kommentare zu Rechtliche Klarstellung des Wissenschaftsministeriums zur Anwesenheitspflicht

uFaFo

15. September 2011 um 01:53 Uhr

Wir begrüßen den Erlass des Wissenschaftsministeriums zu Anwesenheitspflicht an NRW-Hochschulen

Das NRW-Wissenschaftsministerium hat einen Erlass an alle Hochschulen herausgegeben, der die Hochschulleitungen und Dozierenden ermahnt, den Studierenden Anwesenheitspflichten nur in außerordentlichen Fällen aufzuerlegen. „Wenn mithin das Lernziel auf andere Weise, insbesondere im Wege des Selbststudiums allein oder in privaten Arbeitsgemeinschaften, erreicht werden kann, sind Anwesenheitspflichten unzulässig.“

Dem uFaFo sind Anwesenheitslisten schon lange ein Dorn im Auge. Deshalb begrüßt es den Erlass ausdrücklich. Das Wissenschaftsministerium setzt damit eine Forderung des uFaFo und des Bildungsstreiks endlich um. Beide Organisationen fordern seit Jahren das Ende der Anwesenheitspflicht an deutschen Hochschulen.

Appell an Fachschaftsvertreungen – Erlass prominent machen!

Mit Blick auf die Gefahr, dass trotz Erlasses alles bleibt, wie es ist, richtet das uFaFo einen Appell an die Fachschaftsvertretungen: „Jetzt gilt es, den Erlass in den Fachbereichen prominent machen. Denn solange weder die Studierenden, noch die Lehrenden von der Regelung erfahren, wird der Sitzzwang weiterhin angewandt“, betont Bianca Hüsing, Fachschaftsvertreterin und uFaFo-Mitglied.

Auseinandersetzung im Hörsaal führen

Das uFaFo weist aber auch darauf hin, dass ein Erlass des Landes nicht ausreicht, um Anwesenheitslisten endgültig abzuschaffen. Die Auseinandersetzung müsse auch im Hörsaal geführt werden. Denn oft sind es Studierende, welche, ohne Rücksicht auf ihre KommilitonInnen, nach Anwesenheitslisten verlangen.

„Es gibt verschiedene Lerntypen. Dies muss eine Dozentin/ein Dozent berücksichtigen. Wer den Druck braucht, soll ihn kriegen. Aber alle Studierenden über einen Kamm zu scheren, ist falsch“, sagt Jörg Rostek, Parlamentarier des uFaFo. Er ergänzt: „Anwesenheitslisten sind Erziehungsmethoden aus dem Mittelalter und längst überholt.“

Anwesenheitspflichten sind Misstrauensvotum

Auch seien Anwesenheitslisten ein Misstrauensvotum gegen die Studierenden, weil sie ihnen unterstellen, ohne angedrohte Sanktionen nicht lernen zu wollen. Das schafft im Hörsaal ein Klima, das dem Lernen unzuträglich ist. Der Studienalltag ist ohne Anwesenheitspflicht schon anstrengend genug. Wenn die Vorlesung interessant ist, werden die Studierenden kommen. Dass durch die Zurückdrängung von Anwesenheitspflichten Studierenden, die lieber anhand von Büchern und Literatur lernen, mehr Freiraum und mehr Freizeit geschaffen wird, empfinden wir als wichtigen Schritt weg von der Verschulung der Studiengänge.

Martin

19. September 2011 um 23:10 Uhr

Hallo zusammen,

ähm, und jetzt?
Ich habe es als Dozent bisher so gehandhabt, dass es 2-3 Seminartermine pro Semester gab, bei denen Anwesenheit verpflichtend war. Während dieser Veranstaltungen wurden Gruppenarbeiten erledigt, die sowohl inhaltlich als auch methodisch essenziell waren (Einführung und Demonstration der jeweiligen Methode für zukünftige Lehrer/innen) und bei Fehlen von mehr als einem Studi nicht mehr funktionieren. Im Gegenzug wird auf Abschlusstests o.ä. verzichtet. Welche Termine die Anwesenheitspflicht haben, habe ich dabei zu Beginn des Semesters bekannt gegeben. Nie hat sich ein/e Studierende/r darüber beschwert. Die Veranstaltungen von mir und meinen Kollegen, die genauso aufgebaut sind, werden stets super evaluiert.

Wenn ich das richtig sehe, ist diese Regelung – die sowohl Dozenten als auch Studierende gut finden – deswegen illegal, weil sie nicht in der Prüfungsordnung verankert ist?!

Bianca Hüsing

21. September 2011 um 15:57 Uhr

Die Art der Prüfung liegt meines Wissens im Ermessen der Dozierenden, sofern die Erwartungen nicht total unangemessen sind für die jeweilige Creditpointanzahl. Im vorliegenden Fall würde ich sagen, dass die Gruppenarbeiten die Prüfungsform darstellen und zuvor mit allen Studierenden abgesprochen sind. Das dürfte dann doch in Ordnung sein.

Aus dem Amt scheiden | Was macht eigentlich der Vorstand?

13. Oktober 2012 um 20:13 Uhr

[…] zuzulassen, ist nicht nur absurd, es ist auch rechtlich nicht haltbar. So sieht es zumindest das Wissenschaftsministerium von NRW. Dummerweise klagt einfach niemand vor Gericht gegen diese Regelungen, aber ich schweife ab. […]

  Stupa wendet sich abermals gegen Anwesenheitspflicht by www.ufafo.ms

11. Januar 2013 um 10:50 Uhr

[…] das Mittel der Awwesenheitslisten zurückgreifen. Beides haben der Senat der Uni Münster und das Wissenschaftsministerium NRW längst in Stellungnahmen und Gutachten […]

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