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06Sep2011

Untersuchungsausschuss droht zu scheitern – AStA-Vorsitzende verweigert Aussage und düpiert Parlament

von ufafo.ms in Ausländische Studierende

Der Untersuchungsausschuss zu den Vorfällen in der Ausländischen Studierendenvertretung der Uni Münster droht zu scheitern. Weder das mutmaßliche Mobbing-Opfer, noch die beschuldigte ehemalige AStA-Vorsitzende Clarissa Stahmann (Juso-HSG) zeigen sich bereit, vor dem Ausschuss auszusagen, und geben verschiedene Gründe dafür an.

Ein Grund: psychische Belastung

Die betroffene Studentin, die sich einst hilfesuchend an das Studierendenparlament der Uni Münster wandte, gab an, die Belastung, die eine Aussage vor dem Ausschuss mit sich bringen würde, nicht stemmen zu können. Die psychischen Folgen des Mobbings, die sie als Mitglied der Ausländischen Studierendenvertretung erlitten habe, habe sie noch nicht überwunden. (Zum Verständnis siehe Interview „Am Ende wog ich nur noch 44 Kilo“)

„Dies wird die Arbeit des Untersuchungsausschusses massiv erschweren“, sagt Bianca Hüsing (uFaFo), stellvertretendes Mitglied des ASV-Untersuchungsausschusses. Schon jetzt wirkten einzelne Ausschussmitglieder unmotiviert. Sie ergänzt: „Wer den Untersuchungsausschuss von Anfang an für unnötig hielt oder durch die Ergebnisse in Bedrängnis gekommen wäre, wird sich darüber freuen.“

Absage „kurz und respektlos“

Die ehemalige AStA-Vorsitzende, Clarissa Stahmann, ist ebenfalls nicht bereit auszusagen. Ihre Antwort auf die Anfrage des Ausschussvorsitzenden fiel kurz aus: Sie habe mittlerweile ihren Hochschulabschluss, sei nicht mehr hochschulpolitisch aktiv und äußere sich nicht mehr zu hochschulpolitischen Themen.

„Sie macht es sich sehr einfach. Dabei hatte sie im Studierendenparlament versprochen, dem Ausschuss Rede und Antwort zu stehen“, erinnert sich Jörg Rostek, uFaFo-Parlamentarier. Er hält Stahmanns Antwort für unangemessen und wenig respektvoll. Rostek fürchtet, dass nun die Frage, ob die Ausländische Studierendenvertretung ein Spielball der hochschulpolitischen Gruppierungen Juso-HSG und Demokratisch Internationaler Liste (DIL) ist, unbeantwortet bleibt. „Das ist gerade für das uFaFo, das sich seit dem Aufkommen der Vorwürfe für Aufklärung eingesetzt hat, sehr schmerzlich“, sagt Rostek.

Vertreter oder Vorteil?

Das uFaFo erklärt deshalb: Wir wollen wissen, ob Ämter und Posten der ASV zwischen Juso-HSG und Demokratischer Internationaler Liste (DIL) aufgeteilt wurden, um solche Einflussmöglichkeiten nach der kommenden Wahl des Studierendenparlaments und der Ausländischen Studierendenvertretung Ende des Jahres zu verhindern. Die Probleme der ausländischen Studierenden sind zu wichtig, als sie Vertretern zu überlassen, die eher ihren eigenen Vorteil suchen als für ihre Wählerinnen und Wähler in die Vollen zu gehen.

Weitere Hintergrundinfos:

Angriff auf die Unabhängigkeit der ASV und öffentliche Mobbingvorwürfe gegen die Juso-HSG (15.09.10)

MZ berichtet: Abwahl nach Austritt aus der Liste (25.09.10)

ASV missachtet Empfehlung des Parlaments – Bestürzung über Abwahl von lateinamerkianischer Studentin (2.10.10)

ASV-Skandal: Pirat führt Untersuchungsausschuss, AStA-Vorsitzende soll vorgeladen werden (4.10.10)

Studierendenparlament besetzt ASV-Untersuchungsausschuss neu (26.04.11)

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