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14Okt2011

Wohnraummangel in Münster trifft Studierende und Bürger gleichermaßen

von ufafo.ms in Wohnen

(Ausblick des Amtes für Wohnungswesen der Stadt Münster, Foto: Rostek)

Über eine halbe Million Erstsemester/innen beginnen derzeit ihr Studium in Deutschland. So viele wie noch nie. Für Münster bedeutet das nicht nur überfüllte Hörsäle, sondern auch einen enormen Anstieg der Nachfrage nach Wohnraum. Der damit einhergehenden Konkurrenzsituation zwischen Studierenden und Bürgerinnen und Bürgern bei derWohnungssuche muss endlich entgegengewirkt werden. E-mails und Aufrufe zur Aufnahme von Studierenden sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ein Viertel im Hörsaal noch auf Wohnungssuche
„Ich frage bei einer Erstsemesterbegrüßung, wer noch eine Wohnung sucht, und ein Viertel hebt die Hand“, beschreibt Jörg Rostek (unabhängiges Fachschaftenforum), die Wohnraumsituation der Studierenden. Das ist ein unerträglicher Zustand, denn für die Studierenden bedeutet Wohnungslosigkeit und ständige Wohnungssuche nicht nur enormen Stress, sondern kann sich belastend auf das Studium auswirken. Schnell geht ein Semester verloren, weil die psychische Belastung und der hohe Zeitaufwand, der für die Wohnungssuche aufgebracht werden muss, die Konzentration auf das Studium verhindern.
„Lebensqualität und Studienbedingungen sind für uns zwei Seiten ein und der selben Medaille. Schlechte Lebensqualität, schlechtes Studium“, bringt es Bianca Hüsing, Philosophiestudentin und uFaFo-Mitglied, auf den Punkt.

Studierenden und Bürger in einem Boot
Der Wohnraummangel in Münster ist ein Problem, das nicht nur Studierende betrifft. Wir Studierenden sitzen mit den Bürgerinnen und Bürgern zusammen in einem Boot. „Studierende konkurrieren mit anderen Gruppen um preiswerten Wohnraum. In Münster übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum bei weitem das Angebot. Die Schwächeren – junge Familien, alleinerziehende Mütter und Menschen mit hohem Armutsrisiko – verlieren dabei, weil sie vom Markt nicht berücksichtigt werden und preiswerter Wohnraum immer knapper wird. Deshalb kann man die Wohnungsnot der Studierenden nicht getrennt vom Mangel an sozialem Wohnraum und den hohen Mietpreisen diskutieren“, erklärt Jörg.

(Entwicklung des sozialen Wohnbestandes von 1985 bis 2010, Quelle: Amt für Wohnungswesen, Foto: Rostek)

Zahlen lassen Schlimmes ahnen
Die Anzahl geförderter Wohnungen in Münster ist laut Statistik des Amts für Wohnungswesen seit 1985 von 19.266 auf 7.790 Wohnungen im Jahr 2010 zurückgegangen (siehe Abbildung). Laut Schätzungen könnte sich diese Zahl bis 2020 noch auf unter 6.000 Wohnungen verringern. Der Anteil der Sozialwohnungen, gemessen am Gesamtwohnbestand, lag im Jahr 2010 schon bei nur 6,6 Prozent. Das Amt für Wohnungswesen selbst rechnet mit keiner Aufstockung der Finanzmittel für den Neubau von Sozialwohnungen. Dies wird langfristig bei steigender Nachfrage zu noch höheren Mieten führen. Keine schönen Aussichten für die Mieter in Münster.
„Wenn die Verantwortlichen nicht gegensteuern und mehr Geld für sozialen Wohnraum und die Studentenwerke in Nordrhein-Westfalens bereitstellen, wird sich diese Situation in den kommenden Jahren noch verschärfen“, ist sich das uFaFo sicher.

1 Kommentar zu Wohnraummangel in Münster trifft Studierende und Bürger gleichermaßen

Jörg Rostek

27. Oktober 2011 um 16:13 Uhr

„Die Politik schuldet Studenten mehr als nur einen Seminarplatz“, schreibt die Wochenzeitung „Die Zeit“.
http://www.zeit.de/2011/44/C-Ansturm-Uni

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