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13Feb2012

Eine Dropbox-Alternative für die Uni Münster

von ufafo.ms in Freie Software, Studienbedingungen

Die Uni Münster stellt uns Studierenden etliche Dienste für die elektronische Datenverarbeitung zur Verfügung, u.a. einen ein Gigabyte großen Online-Speicher, der bisher aber nur wenig genutzt wird. Das liegt vermutlich daran, dass es vielen Studierenden zu schwierig und unkomfortabel erscheint, den Zugang einzurichten und auf die Dateien zuzugreifen. Deshalb erfreuen sich Cloud-Dienste, allen voran Dropbox, großer Beliebtheit: Sie sind einfach einzurichten und funktionieren automatisch – es genügt eine Internetverbindung, um die eigenen Dateien in der Cloud zu sichern, auf mehreren Computern zu synchronisieren und mit anderen zu teilen.

Die kommerziellen Angebote haben aber wesentliche Nachteile:

  • Zur Datenübertragung werden proprietäre Programme benötigt, deren Funktionen nicht überprüft werden können,
  • die Dateien werden i.d.R. auf Servern in den USA gespeichert, wo andere Datenschutzregeln gelten als in Deutschland,
  • manche Dienste sind kostenfrei, aber nur eingeschränkt nutzbar, andere sind kostenpflichtig,
  • die Lizenzmodelle ändern sich gelegentlich, was insbesondere beim Datenschutz oder bei Speicherfristen problematisch ist.

Wir uFaFo-Aktive haben in den vergangenen Wochen intensiv recherchiert und eine Möglichkeit erarbeitet, wie ein Cloud-basierter Dateisynchronisationsdienst an der Uni Münster eingerichtet werden kann. Die Firma Novell hat seit Anfang der 2000er Jahre das Programm iFolder entwickelt und unter der GPL veröffentlicht. iFolder besteht aus einer Server-Komponente, die unter Linux läuft, und einem Client-Programm, das für die gängigen Betriebssysteme Windows, Mac OS X und Linux verfügbar ist. Es bietet genau die Funktionen, die Nutzerinnen und Nutzer an Diensten wie Dropbox schätzen, nämlich eine automatische Dateisynchronisation via Internet auf mehreren Computern, sodass die Dateien sowohl online als auch offline in der aktuellen Fassung zur Verfügung stehen. Außerdem lassen sich Dateien und Verzeichnisse zur Teamarbeit freigeben. Die Übertragung der Dateien erfolgt verschlüsselt, außerdem lassen sich die Dateien auf Wunsch automatisch verschlüsselt speichern.

uFaFo-Konzept zielt auf schnelle Realisierung

Im Januar sind wir auf das ZIV zugegangen und haben vorgeschlagen, einen Dateisynchronisationsdienst auf Basis von iFolder einzurichten. Der Vorschlag wurde mit großem Interesse aufgenommen. Außerdem haben wir uns an die studentischen Mitglieder der zuständigen IV-Kommission gewandt, damit sie das Projekt unterstützen. Um der Realisierung mithilfe eines übergreifenden studentischen Votums noch etwas Nachdruck zu verleihen, werden wir auf der SP-Sitzung heute Abend folgenden Antrag stellen:

Das Zentrum für Informationsverarbeitung (ZIV) der Universität Münster wird aufgefordert, einen automatischen Dateisynchronisationsdienst auf Basis von Open-Source-Software einzurichten. Der Dateisynchronisationsdienst soll bereits im kommenden Sommersemester nutzbar sein und allen Mitgliedern der Universität Münster zur Verfügung stehen.

Wir sind davon überzeugt, mit diesem Projekt einen Beitrag zur Erleichterung des studentischen Alltags und zum Datenschutz zu leisten, und hoffen deshalb auf die Zustimmung aller Fraktionen des Studierendenparlaments. Über die weitere Entwicklung werden wir euch hier regelmäßig informieren.

Weitere Infos:

uFaFo-Antrag auf Einführung eines Cloud-basierten Dateisynchronisationsdienstes auf Basis des Open-Spource-Programms iFolder (PDF)

9 Kommentare zu Eine Dropbox-Alternative für die Uni Münster

Alina

13. Februar 2012 um 10:48 Uhr

Hallo Ufafo, eine tolle Sache, die ihr da auf den Weg gebracht habt! Ich hoffe sehr, dass wir den neuen Dienst bald nutzen können, und wünsche euch viel Erfolg heute Abend!
LG – Alina

Jochen Hesping

13. Februar 2012 um 11:23 Uhr

hallo, in wwumint ist der zugang zum online-speicher übrigens fertig eingerichtet und über das lesezeichen „eigenes netzverzeichnis“ im dateimanager erreichbar. nach eingabe von uni-nutzerkennung und -paßwort kann man direkt auf seine dort gespeicherten dateien zugreifen:

sofern der dateisynchronisationsdienst bis dahin eingerichtet ist, wird der ifolder-client in der nächsten wwumint-version enthalten sein.

Tim

13. Februar 2012 um 14:39 Uhr

Endlich wird es so etwas auch an unserer Uni geben. Das wurde auch Zeit! Weiter so 🙂

Maik

19. Februar 2012 um 00:52 Uhr

Vielen Dank für den nützlichen Hinweis auf den Online-Speicher! Für mich ein Grund euer wwumint auszuprobieren. Wenn jetzt auch noch der Sync-Dienst dazu kommt ist es perfekt!

Jochen Hesping

21. Februar 2012 um 14:17 Uhr

hallo maik, vielleicht fällt dir bei der nutzung von wwumint ja noch etwas auf, das man verbessern könnte. deinen vorschlag solltest du uns bis ende märz zuschicken und mit etwas glück kannst du einen tollen preis gewinnen: mach mit beim WWUmint-Ideenwettbewerb!

Martin

2. März 2012 um 09:13 Uhr

Hallo Jochen,
wir vom Evaluationsteam der Psychologie haben diese News ebenfalls mit sehr großem Interesse gelesen. Zur Zeit benutzen wir zum Datenaustausch eine Dropbox mit ordnerweiser Truecrypt-Verschlüsselung, das hat aber ein paar Nachteile:
– Zusätzlich zum Dropbox-Client muss auch immer ein TrueCrypt dabei sein
– Gleichzeitiges Arbeiten an ein- und demselben Ordner ist unmöglich
– Nach jeder Änderung lädt Dropbox jeweils den gesamten Container neu hoch statt nur die in der Datei geänderten paar kB.
– Nach einer Änderung eines Anderen weiß man nicht, welche Datei(en) genau geändert wurde(n).

Ein Uni-Client mit transparenter Verschlüsselung, der diese Nachteile nicht hat, käme uns wirklich extrem gelegen. Wir bräuchten allerdings ein bisschen mehr Speicherplatz als 1GB.

Viele Grüße
Martin

Jochen Hesping

14. März 2012 um 23:11 Uhr

hallo martin, wir haben einen fortschritt erzielt: unser konzept wird in der zuständigen kommission beraten werden und die studentischen vertreter haben einen antrag zur einführung gestellt.

weitere infos: Dropbox-Alternative nimmt erste Hürde

  Cloud-basierte Dateisynchronisation nimmt die erste Hürde by www.ufafo.ms

14. März 2012 um 23:20 Uhr

[…] Eine Dropbox-Alternative für die Uni Münster […]

  Was in der Elefantenrunde ungesagt blieb by www.ufafo.ms

23. November 2012 um 22:00 Uhr

[…] für ein cloud-basiertes virtuelles Speichersystem gesorgt, das hoffentlich bald allen Studis zur Verfügung […]

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