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02Feb2012

„Eine Veranstaltung, die süchtig macht.“

von ufafo.ms in Drogenlegalisierung

(v.l.) Beanka Ganser (SPD), Polizeipräsident Hubert Wimber, Moderator Jörg Rostek (uFaFo), Wolfgang Schneider (Indro e.V.) und der NRW-Landtagsabgeordnete Josef Rickfelder (CDU) (Foto: Bianca Hüsing, uFaFo)

Sollen alle Drogen legalisiert werden? Die Debatte darüber zog knapp hundert Menschen in den Audimax der Uni Münster. Das prominente Podium zeigte sich streitlustig. Unser Moderator Jörg kam mit dem Worterteilen gar nicht nach, so zahlreich waren die Wortmeldungen aus dem Publikum. Als uFaFo wünschen wir uns, dass das Thema nicht im Medienalltag versinkt, sondern konstruktiv weiterdiskutiert wird (siehe auch Anhörung zu Cannabis-Clubs im Deutschen Bundestag).

Drogenpolitik gescheitert – Schwarzmarkt ist keine Lösung

Die Zahlen sprechen Bände: JedeR dritte BundesbürgerIn raucht, 9,5 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol auf schädigende Weise, 1,4 Millionen Menschen sind medikamentenabhängig. Hinzu kommen 120.000 bis 150.000 Opiatabhängige und 600.000 Menschen, deren Cannabiskonsum gesundheitsschädigende Ausmaße angenommen hat (Quelle: Homepage der Drogenbeauftragten der Bundesregierung). Illegale Drogen spielen mittlerweile weltweit für den Gesundheitszustand der Bevölkerung eine ähnlich große Rolle wie der Missbrauch von Alkohol (Quelle: Deutsches Ärzteblatt) und die UN schätzt, dass weltweit bis zu 500 Milliarden Euro durch das Drogengeschäft verdient werden.

„Diese Zahlen belegen, dass die sich durch Prohibition und Repression auszeichnende Drogenpolitik rundum gescheitert ist“, sagt uFaFo-Parlamentarier Jörg Rostek. „Die Politik sollte darüber nachdenken, ob Tabus, Scheuklappen und Verbote nicht mehr gesellschaftlichen Schaden anrichten als kontrollierte Drogenausgabe und -konsum.“

uFaFo legt sich fest: Nicht ob, sondern wie!

Für das uFaFo stellt sich deshalb nicht mehr die Frage nach dem Ob, sondern nur noch nach dem Wie der Drogenlegalisierung. Was ist der richtige Weg? Die staatlich kontrollierte Ausgabe aller Drogen oder doch eher die von den Linken geforderte spanische Club-Variante mit Eigenanbau? Darüber wird bis zur Bundestagswahl 2013 zu streiten sein. Das uFaFo kündigt an, weiterhin an dieser Debatte teilzunehmen.

Video bald online

In Kürze wird das uFaFo Videoaufnahmen von der Veranstaltung auf seiner Homepage veröffentlichen. Dann werden alle, die am Montagabend nicht dabei sein konnten, bundesweit der Debatte folgen können. Bis dahin zeigen wir euch das Echo in den Printmedien Hallo Münster, Münstersche Zeitung und Westfälische Nachrichten. Über Kommentare zur Veranstaltung und zur Berichterstattung freuen wir uns.

Medienecho:

Hallo Münster:

Münstersche Zeitung:

Westfälische Nachrichten:

4 Kommentare zu „Eine Veranstaltung, die süchtig macht.“

Helmut Scheimann

2. Februar 2012 um 18:16 Uhr

Vielen Dank, dass ihr euch mit beträchtlichem Aufwand und großer Souveränität des Themas „Entkriminalisierung des Drogenkonsums“ angenommen habt! Und herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Veranstaltung vom 30.01.2011 im Audimax!

Auf meiner HP http://www.dt-aufklaerung.de biete ich umfangreiche Hintergrundinformationen zu den negativen Auswirkungen der Drogenprohibition an.

In meiner Studie „Falsche Angaben zu Drogentodesfällen“ weise ich nach, dass der weit überwiegende Anteil der Drogentodesfälle in Deutschland durch Kriminalisierung und Strafverfolgung und nur ein kleinerer Anteil ausschließlich durch Drogenkonsum verursacht wird.

Bereitgestellt sind auch eine Kurzfassung von 5,5 Seiten und eine Minimalfassung von nur 3 Seiten. Zudem sind ein Thesenpapier und der Beitrag „Die Relevanz der Strafverfolgung für die Mortalität der Drogenkonsumenten“ abrufbar. Letzterer thematisiert die aktuelle Relevanz der Strafverfolgung für die Drogentodeszahlen und die Ursache für den Rückgang der Todesrate in den letzten 10 Jahren.

Olaf

6. Februar 2012 um 00:14 Uhr

Hier nochmal einige Argumente in einem Video kurz und kurzweilig zusammengefasst:
Götz Widmann – Die Zaubersteuer

Jochen Hesping

6. Februar 2012 um 13:16 Uhr

wer nicht dabei sein konnte, kann die debatte jetzt auch als video ansehen:

schöner einstiegsbeitrag, jonas!

Bianca Hüsing

10. Februar 2012 um 00:22 Uhr

Die Debatte um die Legalisierung von Drogen hat auch Einzug ins Magazin „Philosophie“ (02/2012) gefunden. Auf der Pro-Seite argumentiert Bernulf Kanitscheider (eh. Prof. an der Uni Gießen) mit dem Recht einer/s jeden, seine/ ihre Lebensweise frei zu wählen, und verweist auf die Solidargemeinschaft, die auch Extremsportler im Falle eines Scheiterns entschädigt. Dem Staat obliege es nicht, das autonom gewählte Lebensmodell seiner BürgerInnen durch Verbote zu beschneiden, sofern kein(e) Dritte(r) gefährdet wird. Auch sei es unter Verbot nicht möglich, jungen Menschen einen bewussten Umgang mit Drogen nahezulegen. „Drogenerziehung sollte […] in die Erlangung der Sozialkompetenz der Jugendlichen eingebaut werden.“

Wilhelm Vossenkuhl (eh. Prof. an der Uni München) hält dagegen, dass Drogen (im Gegensatz zu Extremsport) die Freiheit der Konsumenten langfristig beeinträchtige. Der Staat sei verpflichtet, die BürgerInnen vor der „Selbstversklavung durch Drogen“ zu schützen.

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