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14Mrz2012

Dropbox-Alternative nimmt erste Hürde

von ufafo.ms in Freie Software, Studienbedingungen

uFaFo bringt Cloud-basierte Dateisynchronisation an die Uni Münster

Wie die studentischen Mitglieder der IV-Kommission uns am Montag mitgeteilt haben, wird das uFaFo-Konzept zur Einführung eines Dropbox-artigen Dateisynchronisationsdienstes an der Uni Münster in der nächsten Kommissionssitzung beraten werden. Es liegt bereits eine Beschlussvorlage (s.u.) vor, die dem uFaFo-Vorschlag entspricht. Angestrebt wird die Realisierung im kommenden Sommersemester, sofern das möglich ist.

Das uFaFo hat auch das Studierendenparlament um seinen Segen gebeten. Mit einem breiten studentischen Votum wollen wir unsere Vertreter in der IV-Kommission unterstützen und die Einführung beschleunigen. Juso-HSG und Campusgrün haben aber leider dafür gesorgt, dass unser Antrag vertagt wurde – angeblich um die Gründung einer Kommission vorzubereiten, die sich mit dem Thema beschäftigen soll. Jonas Dessouky (uFaFo) hat unser Konzept für die Dropbox-Alternative im Studierendenparlament vorgestellt. Hier erklärt er, wie er die Sitzung erlebt hat und wie es weitergehen wird.

Jonas, wie lange arbeitet das uFaFo eigentlich schon an dem Konzept für einen Datensynchronisationsdienst und welchen Vorteil werden wir Studierende davon haben?

Das uFaFo arbeitet seit gut einem Vierteljahr an diesem EDV-Projekt. Wir wollen endlich ein Cloud-System für die Uni etablieren. Die Studierenden könnten dann ihren universitären Online-Speicher einfach und unkompliziert von zu Hause und überall auf der Welt nutzen und ihre Dokumente bearbeiten. Außerdem läge stets automatisch ein sicheres Backup der wichtigsten Dateien auf Servern der Uni, die hier in Münster stehen und alle relevanten Datenschutzbestimmungen erfüllen. Die Nutzungsbedingungen unterlägen der Kontrolle der Uni, also gäbe es keine bösen Überraschungen mit veränderten Konditionen, wie etwa die Verkleinerung des Online-Speichers oder die Löschung der Dateien nach längerer Inaktivität. Selbstverständlich könnten die Studierenden auch untereinander Ordner und Dateien freigeben, die dann für andere Studierende zugänglich wären, um gemeinsam an Referaten oder Präsentationen zu arbeiten. Da alle Studierenden unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem das gleiche Programm nutzen werden, wird es ganz einfach sein, Dateien auszutauschen und zu teilen. Unsere Ziele sind die Vereinfachung der Zusammenarbeit sowie die Verbesserung des Datenschutzes und der Datenintegrität. Neben den Studierenden werden davon auch die Arbeitseinheiten der Uni und insbesondere die Forschergruppen profitieren.

Die Campusgrün-Fraktion hatte einen Antrag auf „Aktiven Datenaustausch“ ins Studierendenparlament eingebracht, hat ihn dann aber wieder zurückgezogen. Warum hat sie das getan und wo waren die Unterschiede zum uFaFo-Antrag?

Die Campusgrünen hatten sich sehr schlecht vorbereitet und einen völlig unausgegorenen Antrag gestellt: Sie forderten, eine Kommission für EDV-Themen mit ZIV-Mitarbeitern und Studierenden einzurichten, weil sie offenbar nicht wussten, dass eine solche Kommission mit studentischer Beteiligung bereits existiert, nämlich die am Senat angesiedelte IV-Kommission. Außerdem hatten sie kein Konzept erarbeitet, sondern nur nebulös von „Filesharing-Software“ und „Datenaustausch mit mobilen Endgeräten“ gesprochen. Sie waren weder im Bilde, dass die Uni allen Studierenden persönlichen Online-Speicher anbietet, den man mit jedem Betriebssystem oder einfach mit einem Browser nutzen kann, noch dass es mit Big-Mail einen Uni-Service zum Versenden großer Dateien gibt. Der ganze Antrag sah nach reinem Aktionismus aus und wurde von Campusgrün wegen der vielen Fehler wieder zurückgezogen.

Der Vorteil unseres Konzeptes ist, dass wir konkrete Ideen einbringen und eine Software vorschlagen, die etabliert ist und von zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen eingesetzt wird. Uns geht es nicht um eine simple Filesharing-Lösung, sondern auch um die Aspekte automatische Synchronisation, sicheres Backup und kollaborative Nutzung. Unser Fokus liegt nicht alleine auf mobilen Endgeräten wie Handys und Tablets, sondern vorrangig auf herkömmlichen Computern, mit denen wir Studierende ja nach wie vor unsere Referate schreiben und unsere Präsentationen vorbereiten. Und das alles wird so einfach zu nutzen sein, wie wir es von Diensten wie Dropbox kennen.

Jetzt wurde der Antrag leider nicht verabschiedet, sondern von der Mehrheit des Studierendenparlaments vertagt. Warum ist der Antrag verschoben worden?

Das sollten die Studierenden die Jusos und Campusgrünen fragen, denn mit deren Stimmen wurde die Vertagung durchgesetzt. Ich befürchte, dass beide Listen das Projekt behindern wollen, weil es vom uFaFo initiiert wurde. Mit unseren EDV-Projekten leisten wir einen außerordentlichen Beitrag zur Verbesserung der Studienbedingungen: Wir führen jedes Semester eine StudiPC-Sammelbestellung durch, damit Studierende Computer zu einmalig günstigen Konditionen erwerben können, wir geben mit WWUmint ein angepasstes Betriebssystem für den Uni-Alltag heraus und wir organisieren Linux-Installationspartys. Die Uni-Cloud wäre ein weiterer Erfolg unseres Engagements. Das sehen die großen Listen und der leider in diesem Bereich untätige rot-grüne AStA offenbar mit Unbehagen und es ist schon öfter vorgekommen, dass sie uns behindert haben. So haben Campusgrün und Juso-HSG durchgesetzt, dass wir keine Informationen mehr über den Studierenden-Mail-Verteiler schicken dürfen und der AStA-Vorsitzende jede Mail blockiert. Deshalb haben viele Studierende nicht von der StudiPC-Sammelbestellung oder unserer Exkursion ins Kernkraftwerk erfahren. Schon mehrmals haben die beiden Listen uFaFo-Anträge monatelang immer wieder vertagt, zuletzt ging es dabei um das Semesterticket und die Erstattung zusätzlicher Fahrtkosten. Jetzt betrifft es das Cloud-Computing. Für uns ist es selbstverständlich, dass die Uni ein solches System benötigt, und die Rückmeldungen von Studierenden auf unserer Homepage und per E-Mail geben uns Recht. Ich glaube, dass unsere Argumente und unser Konzept für sich sprechen und deshalb auch das verantwortungslose Taktieren im Studierendenparlament das Projekt nicht verzögern wird.

Die nächste Sitzung des Studierendenparlaments ist schon am 19. März. Du hast gedroht, den Antrag zurückzuziehen. Warum hast du das getan und wie hast du die Reaktionen der anderen Fraktionen im Studierendenparlament erlebt?

Der uFaFo-Antrag hat das Ziel, den Studierenden in der IV-Kommission Rückenwind zu geben, indem sie sich auf einen formalen Beschluss der Studierendenschaft berufen. Das macht es oft einfacher, in akademischen Gremien etwas durchzusetzen. Notwendig ist das aber nicht. Ich möchte mein Engagement lieber in der Zusammenarbeit mit den IVK-Mitgliedern und dem ZIV investieren, anstatt mich in Spielchen mit den anderen Listen aufzureiben. Es ist ja auch bemerkenswert: Bei keinem Thema schlagen Jusos und Campusgrüne vor, Ausschüsse oder Kommissionen einzusetzen – nicht zum Kampf gegen Neonazis, nicht zur Verbesserung der Lehre, nicht zur studentischen Kultur – obwohl der AStA in diesen Bereichen weitgehend untätig ist. Nur wenn das uFaFo ein neues Projekt aus dem Boden stampft, wollen sie’s in einen Ausschuss und auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben. Das hämische Grinsen, das einem entgegen blickt, wenn Jusos und Campusgrüne mit ihrer Mehrheit etwas weggestimmt haben, muss man gesehen haben, um zu verstehen, was dort vor sich geht. Mit der Vertretung studentischer Interessen hat das nichts mehr zu tun.

Und wie geht’s weiter?

Das werden wir nach der nächsten SP-Sitzung am kommenden Montag wissen. Ich freue mich jedenfalls, dass unser Konzept nach so langer Vorbereitungszeit in der IV-Kommission angekommen ist, und hoffe darauf, dass wir Studierende schon bald die automatische Dateisynchronisation nutzen können. Einen ersten Schritt in Richtung Cloud-Computing hat die Uni gerade gemeistert: Verschiedene bereits bestehende Dienste und ein neuer Online-Kalender sind in MyWWU vereinigt worden und stehen allen Studierenden seit heute zur Verfügung.

Weitere Infos:

Eine Dropbox-Alternative für die Uni Münster

Antrag an die IV-Kommission: Einführung eines Cloud-basierten Dateisynchronisationsdienstes (PDF)

MyWWU geht online (Meldung der Uni Münster)

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