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01Apr2012

uFaFo entsetzt über akademischen Porno-Trojaner

von ufafo.ms in Allgemeines

Die neu eingerichtete Professur für „Datenschutzrichtlinien im Internet“ scheint erste Ergebnisse zu zeigen: Hunderte Studierende wurden per Mail wegen „unwissenschaftlichem Umgang mit dem Uni-Account“ abgemahnt. Mit einer Software, die ursprünglich für die Erkennung von Plagiaten bestimmt war, hat die Uni Münster offenbar die Internetchroniken ihrer Studierenden gescannt. Was auffällt: Die Uni Münster kritisiert in ihrer Abmahnungsmail, die dem uFaFo vorliegt, vor allem den massiven Zugriff auf Internetseiten mit schlüpfrigem Charakter.


Damit hat die Universität Münster nach Meinung des uFaFo gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen. 39.000 Studierende nutzen das Netz der Uni Münster über die PC-Pools der Institute und vor allem per WLAN mit dem eigenen Notebook. IT-Experten der Hochschulgruppe unabhängiges Fachschaftenforum stellten nun fest, dass die Uni Münster mittels Spionagesoftware („Trojaner“) sämtliche Verbindungsdaten speichert und, wie es von Uni-Seite hieß, „zur Beweissicherung“ nicht davor zurückschreckte über die laptopinternen Kameras Bilder der NutzerInnen zu schießen.

Da über die Verbindungsdaten alleine keine Identifizierung möglich sei, sei dieser Schritt erforderlich, so die Uni auf Anfrage des uFaFo. Die Uni habe massive Probleme mit den Datenmengen, die insbesondere auch von zweifelhaften Quellen bezogen werden. Vor allem aus Kostengründen wolle man den „Umtrieben der Studierenden“ nun Einhalt gebieten. Um den Missbrauch zu stoppen, verschickt die Uni ab Montag Abmahnungen mit Strafandrohungen an alle betroffenen NutzerInnen. Das uFaFo kritisiert, dass in der Mail auch mit Briefen an die Eltern gedroht wird, sollten die Studierenden nicht heute zur persönlichen Entschuldigung in der Uni erscheinen.

Micha Greif vom uFaFo ist entsetzt: „Das ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre der Studierenden. Dann noch die Studierenden, die auf das Internet angewiesen sind, mit Abmahnungen zu bombardieren, ist schlicht dreist und unverständlich. Es gibt zudem keinen sachlichen Grund, auch an die Eltern heranzutreten. Die Uni sollte sich die Aktion sparen!“, meint Micha.

Das uFaFo bereitet nun seinerseits eine Abmahnung gegen die Uni vor. „Wenn Frau Nelles dann nicht einlenkt, müssen wir sie zum Einlenken bringen. Wenn es sein muss gehe ich wieder bis zum Oberverwaltungsgericht!“ macht Jörg Rostek deutlich, der bereits von 2008 bis 2010 die Öffentlichkeit der Hochschulratswahlen vor Gericht erstritten hat.

[Update 4.04.2012]

RadioQ hat heute über unseren Aprilscherz berichtet. Auch der Uni-Sprecher kommt zu Wort und zeigt sich humorlos:

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

[/Update]

3 Kommentare zu uFaFo entsetzt über akademischen Porno-Trojaner

Hendrik

2. April 2012 um 00:16 Uhr

Don’t feed the troll 😉

Micha

2. April 2012 um 18:01 Uhr

April April! 😉

selten so gelacht

4. April 2012 um 15:29 Uhr

Der RadioQ-Beitrag ist voll der Kracher! Vielen Dank dafür!

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