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11Mai2012

Sparen kann auch teuer werden – uFaFo kritisiert Ohrfeige für Beschäftigte

von ufafo.ms in Allgemeines

Die Hochschulleitung hat die massivsten Kürzungen der vergangenen Jahre – vielleicht sogar in der Geschichte der Uni Münster -  angekündigt. Vor allem Personal und Sachmittel sollen betroffen sein. Dazu erklärt das unabhängige Fachschaftenforum:

„Den Beschäftigten das Gefühl zu vermitteln, sie seien für Forschung und Lehre nicht systemrelevant, zeugt von fehlendem Einfühlungsvermögen. Diejenigen, die den Betrieb einer der größten Hochschulen Deutschlands aufrechterhalten, als für Forschung und Lehre entbehrlich darzustellen, ist eine Ohrfeige für alle Angestellten.


Für uns sind nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Misere Schuld, sondern die „Leuchtturmpolitik“ der vergangenen Jahre. Wer Leuchttürme anknipst, sollte auch den Strom bezahlen können. Wer Geld in elitäre Prestigeprojekte investiert, spielt mit dem Feuer und geht das Risiko ein, dass der Erfolg ausbleibt. Es ist nicht einzusehen, warum das Unipersonal, und damit letztendlich auch wir Studierende, die Fehler der Hochschulverwaltung ausbaden müssen. Wir fragen: wo kommt das Haushaltsdefizit her? Wo hat sich die Uni verzockt?
Um ein prominentes Kürzungsbeispiel herauszugreifen: unter anderem wird es auch die Universitäts- und Landesbibliothek (ulb) treffen. Sie wird gezwungen sein, 2 Prozent Personalkosten und 17 Prozent bei Sachmitteln einzusparen. Wer diese Zahlen kennt, weiß, dass, anders als die Hochschulleitung behauptet, auch  Forschung und Lehre unter den Sparmaßnahmen leiden werden. Natürlich werden wir Studierende es spüren, wenn Personal im nicht-wissenschaftlichen Bereich abgebaut wird.
Wir gehen davon aus, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist und die Hochschulleitung im kommenden Jahr weitere Kürzungsprogramme auflegen wird. Spätestens dann besteht zudem die Gefahr, dass es auch die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen – insbesondere die, welche in befristeten Arbeitsverträgen stecken, treffen wird.
Dass es der Hochschulrat, die neue Dienstbehörde der Uni, ist, der das Sparprogramm einfordert, überrascht uns überhaupt nicht. Schon oft haben wir die Machtfülle dieses vom Unialltag weit entfernten Gremiums kritisiert. Dass der Hochschulrat den Senat ausgerechnet im NRW-Landtagswahlkampf dazu zwingt, ein Sparprogramm zu beschließen, dass an die Substanz geht, muss ein klares Zeichen an die LandespolitierInnen sein, dieses von der FDP eingeführte Gremium endlich wieder abzuschaffen. Statt Hochschulrat und Rasenmäherpolitik brauchen wir demokratische Mitbestimmung und ausfinanzierte Hochschulen – gerade vor dem Hintergrund steigender Studierendenzahlen ist ein entsprechender Ausbau des Personals erforderlich, um das notwendige Studienplatzangebot schaffen zu können. Wer ein soziales, inklusives, gebührenfreies öffentliches Bildungssystem will, darf an der Bildung nicht sparen.“

3 Kommentare zu Sparen kann auch teuer werden – uFaFo kritisiert Ohrfeige für Beschäftigte

Bianca Hüsing

11. Mai 2012 um 15:47 Uhr

Vor diesem Hintergrund finde ich es besonders spannend, wie die AStA-Vorsitzende während der “Vollversammlung” Olafs Frage nach den Sparmaßnahmen der Universität abgebügelt hat. Die Kürzungen würden “nur” Personal betreffen und nicht uns Studierende, so habe es ihr das Rektorat versichert.
In solchen Zeiten ist der AStA eigentlich dazu gezwungen, zu reagieren, Protest anzukündigen, Nachforschungen anzustellen, die Studierenden über das Desaster und über das leidige Thema Hochschulrat aufzuklären – und zwar intensivst. Nur so funktioniert eine richtige Studierendenvertretung. Druck auf das statt Kaffetrinken mit dem Rektorat. Aufklärung statt Ausweichen. Empören statt Ermüden. (diese Liste könnte ich endlos fortsetzen)

Gregor

14. Mai 2012 um 00:13 Uhr

Die Zeitung Westfälische Nachrichten berichtet: “Scharfer Protest gegen Sparkurs
Uni soll auf 8,3 Millionen Euro verzichten”
http://www.wn.de/Muenster/Scharfer-Protest-gegen-Sparkurs-Uni-soll-auf-8-3-Millionen-Euro-verzichten

Ursula N.

15. Mai 2012 um 17:20 Uhr

Weiß auch nicht, wo das ganze Geld hin ist.

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