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21Jun2012

Liebe Leute, lasst euch sagen… – Kurzkommentar zu den Beschlüssen der 12. Sitzung des 54. Studierendenparlaments der Uni Münster

von Jörg Rostek in Wahlen

Wer für eine Liste kandidiert, sollte auch dazu stehen. Das hat das Studierendenparlament in seiner vergangenen Sitzung am Montag klargestellt und das Ansinnen eines Studierenden, seinen Namen aus den Wahl-Archiven des Stupa streichen zu lassen, abgelehnt. Erstaunlicher Weise versuchte die Juso-Fraktion sogar die Speicherzeit von fünf auf zwei Jahre zu verkürzen. Da hat wohl jemand Angst irgendwann wegen seiner JungsozialistInnen-Mitgliedschaft keinen Job zu bekommen. Kein Ruhmesblatt.

Wer soll im Parlament wann reden dürfen. Was vor kurzem den Bundestag umtrieb, beschäftigt seit zahlreichen Sitzungen auch das Stupa. Denn die Jusos wollen eine sogenannte „balancierte Redeliste“ einführen; d.h. Wortmeldungen werden vom Präsidium nicht in der Reihenfolge aufgerufen, in der sie stattfinden, sondern es wird auch berücksichtigt, wer sein Rederecht bereits genutzt hat. Studierende, die sich das erste Mal in einer Debatte melden, würden demnach vorgezogen. Falls sich das durchsetzt: nicht wundern, wenn ihr dann als ZuschauerInnen im Stupa sitzt und euch fragt, warum ich nicht drankomme, obwohl ich mich die ganze Zeit melde;)

Was sonst noch geschah: der AStA ist nach der Ernennung durch den AStA-Vorsitzenden und der Bestätigung durch eine Stupa-Mehrheit nach über sechs Monaten komplett; d.h. alle ReferentInnenstellen scheinen endlich besetzt. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, wie viel Personal auf den AStA tragenden Listen um die 31 Sitze des Parlaments kandidiert haben (Jusos, Campusgrün, DIL = 53 plus 41 plus 33 = 127!). Die nächste Wahl ist übrigens wieder in fünf Monaten. Rechtzeitig über die Listen informieren hilft bei der Qual der Wahl. Dann merkt man auch, dass bei vielen Listen auf den Homepages das ganze Jahr hindurch kaum Aktivität stattfindet, aber dann kurz vor der Wahl rege Beschäftigung einsetzt.

Apropos Wahl. Als politische Hochschulgruppe haben wir im Stupa beantragt einen Wahl-o-Maten einzurichten, damit ihr die Ziele der Hopo-Listen vergleichen könnt. Leider scheint der AStA sich selbst nicht zu trauen und weigert sich die Idee (selbst) umzusetzen. Der Grund? Es könnte der Vorwurf aufkommen, die Fragen seien vom AStA manipuliert. Wir haben im Parlament den Standpunkt vertreten, dass der AStA nur eine koordinierende Funktion einnehmen soll. Die eigentliche Arbeit kann von interessierten Studierenden, dem Zentralen Wahlausschuss (ZWA) und Kooperationspartnern (bpb, etc.) geleistet werden. Wer daran Interesse hat, kann sich jetzt schon bei uns melden. Je früher die Wahl beworben wird, umso mehr nehmen Teil.

Das ist übrigens auch bei den gerade laufenden Senatswahlen der Fall. Diese ist so schlecht beworben, dass man fast schon von einer “Demokratie ohne DemokratInnen” sprechen kann. Dementsprechend lag die Wahlbeteiligung im vergangenen Jahr bei nur 13 Prozent! Eine derart geringes Interesse begünstigt Klientelpolitik. Deshalb unbedingt noch bis zum 26.06. den Wahlbrief ausfüllen und einwerfen oder direkt im Schloss beim Wahlleiter abgeben.

Soweit erstmal. Ich freue mich auf eure Kommentare!

3 Kommentare zu Liebe Leute, lasst euch sagen… – Kurzkommentar zu den Beschlüssen der 12. Sitzung des 54. Studierendenparlaments der Uni Münster

Markus

21. Juni 2012 um 15:27 Uhr

Eine Nachfrage: Warum meinst du, dass die Senats-/FBR-Wahlen schlecht beworben werden/worden sind? (“Diese ist so schlecht beworben, dass man fast schon von einer “Demokratie ohne DemokratInnen” sprechen kann.”)
Wie hätten die Wahlen denn beworben werden müssen?

Ansonsten teile ich einige deiner Aussagen, ich freue mich über die Entscheidungen zum Wahl-Archiv und der balancierten Redeliste. Wenn der “Wahl-O-Mat” gut umgesetzt wird, freue ich mich auch darauf. Wünsche daher viel Erfolg dabei! Und wenn z. B. die bpb eingebunden werden kann, wäre das wirklich toll!

Jörg Rostek

21. Juni 2012 um 21:41 Uhr

Hallo Markus,

danke für deine Nachfrage. Hier ein paar meiner Vorschläge zur besseren Bewerbung der Senatswahl. Man sollte…

…die Wahl offensiv auf der Uni-Homepage bewerben. Bisher stehen dort nicht einmal die Wahllisten.

…die Wahl über den Studierenden-l-Mailverteiler bewerben.

…ein Video auf die Uni-Homepage stellen, dass den Senat und die Aufgaben der Kommissionen erklärt, was auch zwischen den Wahlen sinnvoll wäre.

…die Dozentinnen und Dozenten dazu aufrufen im Hörsaal die Wahl zu bewerben.

…im Semesterspiegel aber auch bei Radio Q Beiträge einreichen, welche auf die Wahl hinweisen und erklären wie sie funktioniert. (So ist beispielsweise nur wenig Studierenden bewusst, dass es nur vier Wahlkreise gibt und sie wundern sich dann, warum auf der “Bunten Liste” keine JuristInnen zu finden sind, was natürlich daran liegt, weil sie nur im Wahlkreis der Philosophischen Fakultät kandidiert und dort JuristInnen kein passives bzw. aktives Wahlrecht haben.

…darüber nachdenken, ob eine Briefwahl tatsächlich das Mittel der Wahl ist, um eine hohe Wahlbeteiligung zu gewährleisten. Vielleicht wäre eine Urnen und Briefwahl besser.

…ein Medium schaffen, dass die Studierenden auch zwischen den Wahlen über die Ereignisse im Senat informiert.

Trotz einer Wahlbeteiligung von 12 bis 13 Prozent (!) aller Studierenden – korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege – hat sich das Wahlprozedere nicht geändert. Es ist immer “the same procedure as every year” – also ein demokratisches Trauerspiel.

Gruß,
Jörg

Markus

22. Juni 2012 um 07:04 Uhr

Hallo Jörg,

du hast Recht, die Wahlbeteiligung ist traurig.
Wenn ich dich richtig verstehe, erwartest du im wesentlichen allgemeine Wahlbewerbung durch die Uni und nicht durch die einzelnen Listen etc.

Ich würde noch zwei Punkte fordern:
- Wahlbriefe und Anleitung auch auf englisch.
- Wenn Briefwahl, dann mit anständigen Umschlägen, die aktuellen sind sehr unpraktisch.

Der erste Punkt wurde schon einige Mal im Senat thematisiert, aber leider ist noch nichts passiert.

“…ein Medium schaffen, dass die Studierenden auch zwischen den Wahlen über die Ereignisse im Senat informiert.”

Das gibt es seit kurzem, wenn auch nur halboffiziell:
https://sso.uni-muenster.de/Senat/intern/index.shtml
Dort können Senatoren IHRE Mitschriften veröffentlichen, zugänglich ist dies für alle Uni-Angehörigen.

Die meisten anderen Punkte, die du genannt hast, unterstütze ist ausdrücklich.

Gruß,
Markus

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