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01Apr2014

Ein Grund zu feiern – Uni Münster entsorgt Weltkriegs-Wilhelm

von ufafo.ms in Allgemeines, Frieden, Kultur

Kaiser_Wilhelm_Ii_and_Germany_1890_-_1914_HU68367Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) nimmt den 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges zum Anlass, den Namensteil, der an Kaiser Wilhelm den II erinnert, zu entsorgen. Ein entsprechendes Schriftstück, das bereits vom Hochschulrat abgesegnet wurde, liegt dem uFaFo vor. Es bestätigt, dass die Uni Münster es leid ist, nach einem ausgewiesenen Antidemokarten, Antisemiten und Kriegstreiber benannt zu sein. Eine Einstellung, die das uFaFo ausdrücklich begrüßt.

„Im 21. Jahrhundert sollen Straßen, Plätze und Bildungseinrichtungen nach Menschen benannt sein, welche die Werte Frieden, Demokratie und Freiheit repräsentieren“, heißt es ungewohnt deutlich in einem Papier der universitären Marketing-Abteilung der WWU. Und sie fügt pragmatisch hinzu: „Zu einem modernen Logo gehört auch ein moderner Name.“

Was schon seit Jahresbeginn über den Flurfunk des Schlosses angedeutet wurde, wird nun Realität: die Hochschulleitung hat sich offenbar der Meinung des Deutschen Gewerkschaftsbundes angeschlossen und genug von den immer weiderkehrenden Namensdebatten, die vor allem von Studierenden angestoßen wurden. Nur allzu lange habe die Uni Münster den Namen „Wilhelm“ durch das Kürzel „WWU“ kaschiert.

Vor allem im Mahnjahr 100 nach dem Beginn des ersten Weltkrieges kann die Uni Münster durch eine Absage an den Namenszusatz „Wilhelm“ nur gewinnen. Das „W“ wie Wilhelm, das auf tausenden von Erstsemestertaschen den öffentlichen Raum Münsters prägt, ehrt einen Mann, der belegbar Sätze aussprach und niederschrieb wie „Die Presse, die Juden und Mücken sind eine Pest, von der sich die Menschheit so oder so befreien muß – I believe the best would be gas.“ und „Blut muß fließen, viel Blut (…) bei allen, die mich verlassen haben.“

„Ein Name der nach Deutschtümelei und Imperialismus klingt, ist etwas für die Geschichtsbücher und Guido Knopp-Dokus, aber nichts für eine Universität mit Geltungsanspruch“, erklärt das uFaFo unf fügt hinzu: „Man darf nicht den Eindruck erwecken, den Stoff, den man in Geschichtsseminaren lehrt, selbst nicht verstanden zu haben. Die Debatte um den Namen Hindenburg und die Entscheidung gegen die Rückumbenennung des Schlossplatzes hat gezeigt, dass die Vernunft obsiegen kann. Warum also nicht auch innerhalb einer Universität? Auch Vernunft kann ansteckend sein.“

Mit den Umbenennungsplänen beschreitet die Universität Münster einen Weg, der nur im Sinne der Friedensstadt Münster sein kann. In Zeiten der Wiederkehr des Imperialismus in Europa sind die Umbenennungspläne eine willkommene Absage an Großmachtstreben und Militarismus. Das uFaFo freut sich auf die Debatte im Senat und auf den neuen Namen. Wir würden es begrüßen, wenn die Studierendenschaft hinreichend berücksichtigt wird, wenn es um Vorschläge für den neuen Namen für die Universität Münster geht.

3 Kommentare zu Ein Grund zu feiern – Uni Münster entsorgt Weltkriegs-Wilhelm

Philip

1. April 2014 um 16:12 Uhr

Da fand ich die Ente mit den Penisgebäuden lustiger^^

Jörg Rostek

3. April 2014 um 12:05 Uhr

Die Umbenennung ist dafür historischer. Penisse gibt es im Internet ja schon genug.

Bianca

8. April 2014 um 21:18 Uhr

Um in unserer lokalen Qualitätspresse Erwähnung zu finden, müssen wir wohl in künftigen Pressemitteilungen wieder auf solche Penisse zurückgreifen…

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