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01Apr2015

Uni Münster will Wirtschaftsethik zum Pflichtfach erheben

von ufafo.ms in Allgemeines

EthikDie Universität Münster will ab dem Wintersemester 2015/16 im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft Ethik als Pflichtveranstaltung einführen. Die Studierenden sollen so Kompetenzen erwerben, die sie zum selbstständigen, kritischen und produktiven Umgang mit wesentlichen Problemstellungen und Lösungsansätzen befähigen. Ursache für den akademischen Paradigmenwechsel sind die Lehren aus der globalen Banken- und Finanzkrise sowie die schlechten Uni eigenen Erfahrungen mit dem Unternehmer und ehemaligen Hochschulrat der Uni Münster, Thomas Middelhoff. Mit der Umstellung der Wirtschaftswissenschaft will die Uni Münster nicht nur weltweit an Profil gewinnen, sondern die Studierenden, die zu Führungskräften ausgebildet werden, dazu animieren, einen nachhaltigen und verantwortbaren Führungs- und Unternehmensstil zu entwickeln.

Uni erkennt einseitige Lehrausrichtung…

Im aktuellen Sommersemester 2015 sind an der Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Münster im Themenbereich „Wirtschaft und Ethik“ eher spärlich gesät. Nur zwei Veranstaltungen beschäftigen sich mit ethischen Grundlagenproblemen. Diese stehen nur Bachelorstudierenden der Betriebswirtschaft offen. Die Studierenden der Volkswirtschaftslehre, die Wirtschaftsinformatik, der Studiengang Politik und Wirtschaft sowie der Studiengang Wirtschaft und Recht bleiben bisher außen vor. Doch die Uni Münster hat das Versäumnis erkannt. In Kooperation mit der philosophischen Fakultät will man nun innerhalb der Wirtschaftswissenschaft flächendeckend Ethikkurse als Pflichtfach festschreiben. Langfristig soll die Wirtschaftswissenschaft in die Sozialwissenschaften integriert werden, denn, so heißt es in der Vorlage, die dem Senat der Uni Münster zur Abstimmung vorgelegt werden soll:

Die Ökonomie ist eine Sozialwissenschaft, und als solche muss sie sich fragen lassen, welche moralischen Werte sie implizit oder explizit transportiert. Als öffentliche Hochschule, die sich zunehmend ökonomischen Zwängen ausgesetzt sieht, sollten wir auch normativ bewerten, was dies für uns und für die Gesellschaft bedeutet. Als Instanz, welche die Führungskräfte von morgen ausbildet, müssen wir wir uns die Frage stellen, ob wir die Studierenden bisher ausreichend auf ethische Fragen, die ihnen zweifellos im Berufsleben begegnen werden, ausgebildet haben. Es kommt nicht von ungefähr, dass die deutschen und globalen Eliten zunehmend die Bodenhaftung und den Blick auf das Große und Ganze verlieren.“

…und hofft auf Forschungsgelder

Mit dem konsequenten Durchgreifen innerhalb der Wirtschaftswissenschaft will die Uni Münster durch die neuartige Interdisziplinarität Zeichen setzen und die Studierenden durch exzellente Lehre begeistern. Von der Einmaligkeit des Projekts soll die Uni Münster dabei auch finanziell profitieren. Die Uni Münster geht davon aus, dass die Europäische Union aufgrund aktueller politischer Entwicklungen (Banken- und Finanzkrise, Widerstand gegen TTIP, CETA, TiSA, Nord-Süd-Konflikt) die Forschungsmitteltöpfe im Bereich Wirtschaftsethik massiv aufstockt, weil das Interesse an den Ursachen des Markt- und Elitenversagen zunehmen wird. Darauf will man vorbereitet sein.

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